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Fehler bei ETF

Indexfonds gelten als die Alternative zu klassischen Investmentfonds, da aktiv gemanagte Fonds nur äußerst selten ihre Benchmark toppen. Allerdings gibt es auch bei den ETF-Angeboten enorme Unterschiede - vor allem bei den Kosten.


ETF

Auf rund 500 Milliarden Euro werden die Zuflüsse in Indexfonds geschätzt - allein in Europa. Damit hinken europäische Anleger den Amerikanern noch weit hinterher, diese haben rund viermal so viel investiert. Jedoch erwarten Experten einen weiteren Boom: Ein ETF bildet einen Index nach, wozu es keines aktiven Fondsmanagements bedarf, das in der Regel einen Großteil der Kosten ausmacht. Die Idee ist nicht neu, die ersten derartigen Fonds sind bereits zehn Jahre oder länger auf dem Markt und eignen sich somit für fundierte Vergleiche.

ETF - Nachbildung von Indizes mit Mängeln und Tücken

Erstaunlicherweise gibt es durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Indexfonds, selbst wenn sie sich auf denselben Basiswert beziehen. Die Renditen variieren zwar auf den ersten Blick nur in einem unerheblichen Maße, jedoch sollte der Zinseszinseffekt nicht unterschätzt werden: Im Laufe der Jahre können sich schnell erhebliche Differenzen entwickeln. Woran liegt das, wenn doch derselbe Index nachgebaut wird?

Einerseits spielen die Kosten eine wichtige Rolle. Die Quoten werden für DAX-ETFs je nach Anbieter zwischen 0,08 und 0,16 Prozent pro Jahr angegeben. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine Seite der Medaille, denn auch innerhalb des Fonds fallen Kosten an und die beziehen sich auf die Art und Weise, wie der Index nachgebildet wird: Einige Anbieter kaufen die jeweiligen Aktien direkt auf, wobei es zu zeitlichen Verzögerungen und damit Cash-Positionen im ETF kommen kann. Andere nutzen Swap-Geschäfte, um den Index nachzuahmen. Das spart zwar Kosten, erhöht aber das Ausfallrisiko, da ein weiterer Marktteilnehmer eingebunden ist. Eine dritte Form ist eine Mischung aus den beiden genannten Varianten.

Indexfonds - komplizierte Revolution in der Welt der Fonds

Eine weitere Komponente sollte nicht unerwähnt bleiben: Um die eigene Rendite zu verbessern, verleihen einige Indexfonds die Aktien aus dem eigenen Bestand an andere Marktteilnehmer. Die Leihgebühren fangen einen Teil der anfallenden Fondskosten auf, so die Idee dahinter. Trotz der gestellten Sicherheiten bleibt ein gewisses Restrisiko, dass die zum Spekulieren ausgeliehenen Aktien nicht zurückgegeben werden könnten.

Vor der Entscheidung für ein ETF-Investment lohnt sich also ein Blick auf die Details, insbesondere auf die Kosten im Indexfonds selbst, aber vor allem beim Kauf an der Börse: Auch der Makler will Geld verdienen und wird auf den Ankaufkurs eine entsprechende Marge aufschlagen, die natürlich zu Lasten des Anlegers geht.


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