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EZB: Die Vergabe von Geldern

Seit der letzten Krise wird die EZB von vielen Verbrauchern mit einer Gelddruckmaschine verglichen. Unverständlich ist für sie jedoch, wo das ganze Geld hingeht, denn auf den Konten der Bürger ist davon, nichts zu sehen.


EZB

Wo das Geld herkommt

Der Umgang mit Geld ist für die Mehrzahl der Verbraucher eine reine Routineangelegenheit, sie geben es täglich bar aus, überweisen oder verwenden eine ihrer Karten. Wo diese Mittel eigentlich herkommen, ist nur den Wenigsten ansatzweise bekannt. Die Kreditinstitute Deutschlands fordern beispielsweise immer mittwochs Milliardenbeträge bei der EZB an. Sie nutzen dazu ein Computersystem mit Namen Omtos, welches von der Deutschen Bundesbank kontrolliert wird. Wenn die Zentralbank der Euro-Zone die Geldschleusen öffnet, fungiert die Bundesbank als letzte Kontrollinstanz, bevor die Gelder in elektronischer Form auf den Zentralbankkonten der einzelnen Institute erscheinen.  Die meisten Menschen hatten an dem Weg des Geldes wenig Interesse, bis die Finanzkrise kam und die Welt veränderte. Während der Eurokrise dachten viele, dass eher zu wenig Geld im Umlauf wäre. Mittlerweile verbreitet sich die gegenteilige Ansicht, weil die EZB den Markt mit Euros buchstäblich überschwemmt. 

Wie die Banken an die Gelder kommen

Alle europäischen Banken müssen ihren wöchentlichen Geldbedarf bis Dienstagmorgen an ihre nationalen Notenbanken melden. Die geben die Zahlen direkt an die EZB weiter, deren Entscheidungsträger sich dann im Eurotower treffen. Dabei wird über die allgemeine Lage an den Märkten und über die gewünschten Geldmengen der einzelnen Banken gesprochen. Im Verlauf des Meetings werden alle gewünschten Gelder freigegeben. Mit den EZB-Mitteln generieren die Banken weiteres Geld, denn sie vergeben Kredite an private Haushalte und Unternehmen. Angesichts der technischen Möglichkeiten besitzen Banken nur wenig Bargeld, circa 90 Prozent aller Transaktionen werden heute mit elektronischen Geldern abgewickelt.

Ohne Sicherheiten erhalten auch Banken kein Geld

Wir wissen bereits, dass die Banken am Montag ihren Geldbedarf ermitteln und weiterleiten. Dienstags gibt die EZB das Geld frei und mittwochs leitet die Bundesbank die Summen an die Institute weiter. Warum für die Übermittlung doch ein ganzer Tag benötigt wird, liegt an der Tatsache, dass die Bundesbank die Sicherheiten der Empfänger zunächst überprüft. Denn die Gelder der Zentralbank sind Kredite, welche zurückgezahlt und mit Sicherheiten hinterlegt werden müssen.

Bei den Sicherheiten hat die EZB sehr breiten Handlungsspielraum, sie kann praktisch alles akzeptieren und nimmt daher auch aktuell schwer verkäufliche Papiere. Das Geld der Zentralbank kann mit Schmiermittel für die Banken verglichen werden, die damit das Wirtschaftsgetriebe ölen und am Laufen halten.

Warum die Banken EZB-Geld halten

Die Institute sind gesetzlich gezwungen, einen bestimmten Anteil der Kundeneinlagen mit Zentralbankgeld abzudecken. Diese auch Mindestreserven genannten Geldmengen machen jedoch in normalen Zeiten lediglich ein Prozent aus. Die EZB hat wenig Möglichkeiten zu einer einheitlichen Geldpolitik, weil der Euroraum aus Nationen mit sehr unterschiedlichen Finanzproblemen besteht. Daher landet das Geld der Zentralbank oft da, wo es eigentlich am wenigsten gebraucht wird.


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