Was kostet die Welt?

215,5 Billionen Dollar beträgt die Schuldenlast der Welt - eine unvorstellbare Summe, die das Institute of International Finance (IIF), der Weltverband der Banken, ermittelt hat. Noch beunruhigender ist: der Schuldenberg ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen.


Was kostet die Welt?

Bei der Berechnung der Verschuldung hat das IIF die Schulden von Staaten, Banken, Unternehmen und Privaten zusammengerechnet. Insgesamt betrachtet, macht diese Schuldenlast 325 Prozent der jährlichen Weltwirtschaftsleistung aus. Vor 20 Jahren erreichte der Schuldenberg erst 63 Billionen Dollar. Seither hat sich die Verschuldung mehr als verdreifacht.

Staatsverschuldung auf Rekordniveau 

Allein die Staatsverschuldung bewegt sich auf beängstigend hohem Niveau. Zusammen stehen die Staaten der Welt mit 59 Billionen Dollar in der Kreide. Das entspricht 89 Prozent der jährlichen Leistung der Weltwirtschaft. Zum Vergleich: Bei Einführung des Euro waren mal 60 Prozent als Zielwert festgelegt worden. Das erreicht nicht einmal Deutschland, dessen Staatsschuldenquote 68 Prozent ausmacht. Dabei steht die Bundesrepublik im internationalen Vergleich noch gut da. Im Euroraum-Durchschnitt sind es 109 Prozent, Spitzenreiter Griechenland liegt bei 173 Prozent. Weltweit führt Japan die Liste mit einer Staatsschuldenquote von 227 Prozent an. 

Unternehmensschulden in Schwellenländern ein Risiko

Besonders drastisch sind die Schulden der Schwellenländer gewachsen. Betrug ihre Verschuldung 1996 noch sieben Billionen Dollar, waren es 2016 bereits 56 Billionen Dollar. Das bedeutet eine Verachtfachung. Hier liegt das Problem weniger in den Staatsschulden als in der hohen Verschuldung der Unternehmen. Sie ist einerseits Triebfeder für Investitionen und dynamisches Wachstum, bedeutet aber andererseits auch erhebliche Risiken. Wenn die Zinsen weltweit steigen sollten, wird es für solche Unternehmen schwieriger, ihre Schulden zu bedienen. 

Nicht nur ein Problem der Schuldner, auch der Gläubiger 

Aber auch in Europa ist die hohe Verschuldung nach wie vor ein erheblicher Risikofaktor. Hier richten sich die Blicke vor allem auf den Bankensektor, der auf einem Berg von einer Billion Euro an ausfallgefährdeten Krediten sitzt. Besonders prekär ist die Lage in Italien, wo nicht nur das Traditionsinstitut Monte dei Paschi betroffen ist. Hier wird deutlich, dass eine hohe Verschuldung nicht nur ein Problem der Schuldner, sondern auch der Gläubiger sein kann. Sollte der Staat noch stärker zur Rettung von Banken gefordert sein, würden letztlich private und Unternehmens-Schulden in Staatsschulden übergehen - eine ungute Entwicklung.

Demgegenüber ist die Situation in Deutschland vergleichsweise idyllisch. Die Verschuldung der privaten Haushalte ist hier - relativ betrachtet - sogar rückläufig. Lag sie 2005 noch bei 68 Prozent des BIP, ist sie bis Ende 2016 auf 54 Prozent gesunken - trotz günstiger Kreditzinsen und steigender Immobilienpreise.


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