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Baudarlehen immer günstiger

Mehrere namhafte Banken haben in den letzten Tagen die Zinsen für Baudarlehen nochmals gesenkt. Dabei hatte wohl auch der Brexit Einfluss auf diese Entwicklung. Die Zinssenkung kommt zu einem Zeitpunkt, da die Bauzinsen ohnehin schon historisch niedrig sind. Erreichen sie bald den Null-Punkt?


Baudarlehen

Zunächst scheint der Zusammenhang zwischen der Brexit-Entscheidung und der Bauzinsentwicklung nicht ohne weiteres einsichtig. Er besteht auch nicht unmittelbar, sondern sozusagen auf Umwegen. Das britische Votum hat - neben einigen anderen Ereignissen - die herrschende Unsicherheit an den Finanzmärkten weiter verstärkt. In der Folge ist vermehrt Geld in sichere Anlagen geflossen, die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen wurden sogar erstmals negativ. Dieser allgemeine nochmalige Zinsrückgang wirkt sich über den Marktmechanismus auch bei den Konditionen für Baudarlehen aus. Viele Banken orientieren sich bei Festlegung der Bauzinsen an den Bundesanleihe- und Pfandbrief-Renditen. 

Nullzinsen bleibt erst einmal Werbegag

So kommt es, dass für Baudarlehen mit fünfjähriger Zinsbindung jetzt im Schnitt nur noch 1 Prozent Zinsen zu zahlen sind, bei zehn Jahren sind es 1,22 Prozent und bei 15 Jahren 1,65 Prozent. Manche Institute werben zum Teil mit noch niedrigeren Zinssätzen oder bieten unter bestimmten Bedingungen Rabatte an. Experten halten es nicht einmal für ausgeschlossen, dass die Entwicklung der Bauzinsen noch weiter runter geht. Damit käme tatsächlich die Nulllinie in den Blick.

Trotzdem wird davon ausgegangen, dass sie nicht so schnell geknackt wird. Banken müssen trotz günstigster Refinanzierung immer noch Kosten für die Kreditbearbeitung, Kreditverwaltung und das Ausfallrisiko einkalkulieren. Nullzinsen bei Baudarlehen dürften sich daher einstweilen trotz Brexit und anderer günstiger Faktoren auf "Werbegags" beschränken.

Billige Kredite ersetzen nicht die Kalkulation 

Der weitere Zinsverfall könnte dem ohnehin schon herrschenden Immobilien-Boom in Deutschland nochmals einen "Kick" geben. Dabei gilt der Markt ansatzweise bereits als überhitzt. In begehrten Großstädten und Ballungsgebieten sind die Preise in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als die Mieten. Ob selbstgenutztes oder vermietetes Immobilien-Eigentum - wer sich mit dem Gedanken an einen Erwerb oder Bau trägt, sollte bedenken: günstige Finanzierungskonditionen sind alleine noch kein Grund für Immobilien-Investment. Das Vorhaben muss sich rechnen, was durch günstige Baudarlehen zwar leichter fallen kann, aber nicht garantiert ist. 

Die günstigen Konditionen bieten Immobilien-Eignern aber noch eine andere Chance: eine schnellere Entschuldung. Durch die niedrigen Zinsen ist der Tilgungsanteil bei den Raten größer als in einer "Hochzins"-Situation. Wer bei seinem Immobilien-Investment möglichst schnell wieder finanzielle Freiräume gewinnen will, verzichtet daher auf niedrigere Raten und erhält dafür eine kürzere Laufzeit. Es könnte die überlegenere Strategie sein.


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