Betriebliche Altersvorsorge 2.0

Die betriebliche Altersvorsorge bildet eine wichtige Säule der Alterssicherung. Sie besitzt nicht nur aus Arbeitnehmersicht Vorteile. Auch für Arbeitgeber können Zusagen zur Altersversorgung sinnvoll sein. Sie sind ein Instrument, um Mitarbeiter zu motivieren und zu binden.


Betriebliche Altersvorsorge

Gleichzeitig lassen sich - je nach Gestaltung - die Ausgaben steuerreduzierend und beitragsmindernd bei Sozialversicherungsbeiträgen einsetzen.

Gegebenenfalls ergeben sich auch positive Finanzierungseffekte für das Unternehmen. 

Betriebliche Altersvorsorge: fünf Wege 

Der Gesetzgeber sieht für die betriebliche Altersversorgung insgesamt fünf Durchführungswege vor:

  • die Direktzusage; 
  • Unterstützungskasse;
  • Pensionskasse;
  • Direktversicherung; 
  • Pensionsfonds. 

Direktversicherung: zunehmend riskant 

Vielfach wird von Unternehmen heute die Direktversicherung für die betriebliche Altersversorgung gewählt. Der Abschluss von Lebensversicherungen für Arbeitnehmer scheint aus Unternehmenssicht zunächst Vorteile zu besitzen. Dazu zählen zum Beispiel der geringe Verwaltungsaufwand, einfaches Handling und fehlende Bilanzwirksamkeit. Bei einer genaueren Betrachtung sind mit der versicherungsbasierten Lösung aber auch Risiken verbunden. 

Da ist zunächst das Produkt Lebensversicherung selbst. Es soll bei der Direktversicherung dazu dienen, die Leistungen durch die betriebliche Altersvorsorge zu finanzieren. Ob dies auch vollumfänglich gelingt, hängt aber entscheidend vom Erfolg des jeweiligen Versicherungsproduktes ab. Die Rahmenbedingungen dafür sind in den letzten Jahren schlechter geworden und es zeichnet sich ab, das sich hieran auf absehbare Zeit wenig ändert. Immer mehr Versicherer haben angesichts der anhaltenden Niedrigzinssituation Probleme, überhaupt die Garantieverzinsung sicherzustellen.

Die Kapitalentwicklung bei sehr vielen Verträgen wird voraussichtlich deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen bleiben.  Ob mit den Versicherungsverträgen die Versorgungszusagen auch tatsächlich gedeckt werden können, ist daher zunehmend fraglich. Im Falle der Unterdeckung haftet der Arbeitgeber für die Deckung der entstehenden Lücke. Denn entscheidend für die Arbeitnehmer-Ansprüche ist die arbeitsrechtliche Zusage des Arbeitgebers, nicht der Versicherungsvertrag zwischen Unternehmen und Versicherungsgesellschaft. Gegen die Lebensversicherung spricht auch die hohe Komplexität und Intransparenz des Produktes durch die Verknüpfung von Kapitalbildung und Versicherung. 

Alternative: Pensionszusage, aber richtig!

Eine attraktive Alternative zur Direktversicherung bietet sich Unternehmen im Rahmen der Pensionszusage. Bei der Gestaltung als beitragsorientierte Leistungszusage ergibt sich die Endleistung zum Rentenbeginn jeweils erst durch die Verzinsung (z.B. 2 %) über die bisherigen Bausteine. Zukünftige Beiträge werden nicht als Rückstellung eingebucht und gehen ebenfalls nicht in die Leistungsermittlung. In diesem Fall steht dem Unternehmen langfristig zusätzliche Liquidität zu, die beispielsweise für Investitionen genutzt werden kann.

Fazit: Mit der richtigen Gestaltung gibt es in der betrieblichen Altersvorsorge keine Verlierer. Die Liquidität bleibt im Unternehmen, das Eigenkapital erhöht sich, das Rating verbessert sich, Mehrerträge und Risikogewinne bleiben im Unternehmen und die Mitarbeiter erhalten eine bessere betriebliche Rente.


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