Blackrock, weltgrößter Vermögensverwalter: Europa mit Problemen

Blackrock ist der global größte Vermögensverwalter. Er sieht in Europa außerordentliche Anlagerisiken und hält die aktuelle Lage für besorgniserregend. Risiken sind nach Ansicht der Firmenleitung in einer langsam wachsenden Wirtschaft gegeben.


Blackrock

Andererseits versagen auch die Behörden bei Affären wie dem jüngsten Abgasskandal von VW. Warum Blackrock zum bedeutendsten Vermögensverwalter weltweit aufgestiegen ist, wird an der hier verwalteten Geldmenge deutlich. Die enorme Summe von 4.7 Billionen Dollar ist mehr als das deutsche Bruttoinlandsprodukt und übersteigt die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank um das Vierfache. Das Geld kommt von institutionellen Investoren und Privatanlegern. Beide Gruppen erwarten Sicherheit bei ihren Investments, welche derzeit in Europa nur eingeschränkt gegeben ist.

Blackrock überall engagiert

In den Vereinigten Staaten ist der Finanzriese an Großbanken, Energiegesellschaften und Konsumgüterkonzernen als Mehrheitsaktionär beteiligt. In Europa investiert die Vermögensverwaltung bevorzugt in Automobilkonzerne, Chemieunternehmen und Banken. 

Natürlich nimmt die Geschäftsleitung aktuelle Ereignisse wie beispielsweise die Terroranschläge in Frankreich als Unsicherheitsfaktoren wahr. Verunsicherte Verbraucher sind nicht besonders konsumfreudig - auch könnte der vorweihnachtliche Verkauf von Engpässen gezeichnet werden, die aus den Maßnahmen der Sicherheitsbehörden entstehen. Gleichwohl sieht Blackrock auch positive Aspekte, denn die Anschläge fordern höhere und wachstumsfördernde Staatsausgaben. 

Europa wird sich vorübergehend vom Stabilitätspakt verabschieden

Die US-amerikanische Vermögensverwaltung sieht ein zeitnahes Ende der Austeritätspolitik. Frankreich muss nach einem Beschluss der EU-Kommission den Stabilitätspakt vorübergehend nicht mehr einhalten und kann sich über das Erlaubte hinaus verschulden. Derartige Ausnahmen werden folgerichtig auch von anderen Mitgliedsstaaten gefordert, denen dies im Interesse bestmöglicher Sicherheit nicht verweigert werden kann. Der europaweite Sicherheitspakt führt zu mehr Nachfrage, bringt aber auch Probleme im Bezug auf Neuverschuldung mit sich. 

Die deutsche Wirtschaft aus der Sicht von Blackrock

Der deutschen Wirtschaft werden ausreichendes Potenzial und Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass enorme Veränderungen anstehen. Der Grund: Chinas Aufschwung war über Jahre die treibende Kraft deutscher Unternehmen - die hat sich jedoch merklich abgekühlt und sorgt bei uns jetzt für geringere Exporte. Aktuell ist der Inlandskonsum die einzige tragende Säule. Wenn die aufgrund von Terror einbricht, hat Deutschland ein Problem. Vor allem dann, wenn weitere Anschläge folgen.

Europa fehlt es an durchgreifenden Behörden

Und da sich die Administrationen vor Ort wenig um auffälliges Fehlverhalten europäischer Unternehmen kümmern, werden Skandale zunehmend von amerikanischen Behörden aufgedeckt. Blackrock spricht mit dieser Kritik nicht nur den Skandal bei VW an, gleiches gilt auch für die Bankenaufsicht und in Sachen FIFA. Die korrupten Vorgänge ohne zeitnahe Konsequenz sind bezeichnend. Und obwohl die FIFA eine weltweite Organisation ist, werden die ungeheuerlichen Vorgänge der Schweiz und Europa zugeordnet. 

Fazit

Zusammenfassend sieht Blackrock zwei Probleme in Europa. Aufgrund zu geringer Nachfrage ist die Wirtschaft kaum ausgelastet und kann die vielen Arbeitslosen nicht aufnehmen. Gleichzeitig hat der europäische Kontinent ein Strukturproblem: Das Wachstum ist aufgrund von Überregulierungen der Produkt- und Arbeitsmärkte zu gering, notwendige Investitionen werden nicht getätigt, weil sie sich nicht auszahlen. Deutschland wird seiner Führungsrolle nicht mehr gerecht, denn die dortigen Veränderungen sind aus der Sicht des Vermögensverwalters eher ein Rückschritt.

Zudem bedeutet das einmalige Projekt der lockeren Geldpolitik ebenso eine Systemunsicherheit wie der technische Wandel und Sicherheitsängste aufgrund von Terror.


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