Die Lehren der Sparer aus der Zypern Krise

Höhere Spareinlagen werden angelegt, um bei Bedarf höhere Bargeldbeträge zur Verfügung zu haben. Verlieren Sparer aufgrund der noch für 2013 geplanten neuen EU-Regelung bei einer Bankenpleite nun Sicherheit und Flexibilität ihrer Einlagen? Die kürzlich vorgestellten Vorschläge von der litauischen EU-Ratspräsidentschaft zur künftigen Regelung sieht vor, dass Bankkunden im Falle einer Bankpleite nicht mehr Geld in beliebiger Höhe abheben können.


Sparer

Der Höchstbetrag soll auf täglich ein- bis zweihundert Euro begrenzt werden. Das bedeutet, dass auch Kunden mit Einlagen unter 100.000 Euro (bisher durch die Einlagensicherung garantiert), bei einer Pleite ihrer Hausbank Schwierigkeiten haben werden, an ihr Geld zu kommen. Diese missliche Lage könnte bis zu 4 Wochen anhalten - Sicherheit für die Bank, aber nicht für die Anleger. Größere Anschaffungen längerfristig planen? Bei einem schrottreifen Auto oder einer plötzlich streikenden Heizungsanlage dürfte das schwierig werden. 

Welche Pläne verfolgt die EU konkret und welche Folgen haben sie in puncto Sicherheit für die Anleger? 

Im stillen Kämmerlein wird seit Wochen an detaillierten Schritten im Falle einer Bankenpleite gearbeitet. Sparer mit Einlagen über 100.000 Euro, Aktionäre und Inhaber von Bankanleihen an einer mit einer Zwangsabgabe an einer tatsächlichen Bankenrettung zu beteiligen, ist bereits beschlossene Sache. Weitere Details, die Litauen vorlegte, zeigen, dass es keineswegs nur die "Reichen" treffen wird. Auch Anleger mit Spareinlagen unter 100.000 Euro können sich nicht in Sicherheit wähnen. Bei einer Bankpleite muss dann ein Sparer bis zu 4 Wochen auf sein Geld warten. Während dieser "Sperrfrist" könnten nur 100 bis 200 Euro täglich am Geldautomaten abgehoben werden.

Welche Sicherheit bieten die Banken? 

Die Entwicklung läuft darauf hinaus, dass bei der Umsetzung des aktuellen Plans im Falle einer Bankenpleite mit Sicherheit niemand mehr auf die staatlich garantierten Zusagen verlassen kann. Erstaunlich und beängstigend zugleich ist die Feststellung, dass es konkrete Pläne dafür gibt, wie der Steuerzahler bei einer Bankenpleite in die Pflicht genommen wird. Es wurde aber bisher keineswegs Einigung darüber erzielt, welche Beiträge Banken in die Einlagensicherung zahlen sollen. Größter Streitpunkt innerhalb der EU ist die Frage, wer die Risikobewertung der einzelnen Banken berechnen soll, die als Basis für die Beitragshöhe herangezogen wird.

Die Banken möchten die Risiken untereinander abstimmen, nationale Regierungen ausschließen; die Europäische Banken Aufsicht (EBA) soll die Einstufungen festlegen. Wie bitte? Ausgerechnet die Institution, die die belgische Dexia noch wenige Wochen vor deren Zusammenbruch in den höchsten Tönen gelobt hatte?  Ein Fazit hinsichtlich der EU-Pläne für europäische Bankpleiten ist daher schnell gezogen: Auch bei Guthaben unter 100.000€ müssen Sparer und Anleger zukünftig um die Sicherheit und Flexibilität ihrer Sparguthaben bangen.


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