Für viele Menschen droht der soziale Abstieg: Altersarmut

Durchschnittsverdienern und den Beziehern von Minilöhnen drohen zum Lebensabend sozialer Abstieg sowie Altersarmut. Die Gründe: Die Schere zwischen Renten und Arbeitslöhnen öffnet sich immer weiter, zudem sinkt die Kaufkraft der Senioren seit 15 Jahren kontinuierlich. Wer demnächst in Rente geht, hat noch schlechtere Voraussetzungen.


Altersarmut

Für mehr als 20 Millionen Rentner ist die drohende Altersarmut erst einmal vom Tisch, sie erhalten seit Juli zwischen 2,1 und 2,6 Prozent höhere Ruhestandsbezüge. Obgleich sich die meisten Prognosen nicht bewahrheiten, stellt eine Vorhersage für 2016 noch höhere Renten in Aussicht. Für die kommenden 12 bis 24 Monate ist die Sorge vor der Armut zumindest verdrängt, langfristig droht jedoch weiterhin sinkende Kaufkraft.

Kurzfristige Entspannung

Seit dem Jahr 2000 sinkt die Kaufkraft der Senioren unaufhaltsam, Rentenerhöhungen von durchschnittlich knapp 20 Prozent wurden von Preissteigerungen in Höhe von gut 24 Prozent mehr als aufgefressen. Die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik geht an den Ruheständlern nicht nur spurlos vorbei, ihnen geht es heute schlechter als vor 15 Jahren. 

Sinkende Bezüge führen zur Altersarmut

Zum Jahrtausendwechsel konnte ein Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Gehalt noch auf etwa 1.025 Euro Rente hoffen. Wer 2014 nach mindestens 35 beitragspflichtigen Jahren in den Ruhestand ging, erhielt nur noch 920 Euro. Um die Inflation auszugleichen, müsste das durchschnittliche Altersruhegeld heute bei 1270 Euro liegen, also 350 Euro über dem aktuellen Stand. Altersarmut wird damit für die jetzt in Rente gehenden Bürger zum unübersehbaren Thema. Wie stark die Renten zukünftig steigen werden, hängt von drei Faktoren ab:

  • Von der Entwicklung der Bruttolöhne.
  • Vom Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Vom Verhältnis zwischen Ruheständlern und Beitragszahlern.

Das sinkende Rentenniveau hat seine Ursache unter anderem in diversen Rentenreformen, welche den Beitragsmodus ungünstig beeinflussen. 2014 konnten die Empfänger von durchschnittlichen Gehältern noch mit 48 Prozent ihres Verdienstes als Ruhestandsgeld rechnen. Bis zum Jahr 2030 soll das Niveau auf 43 Prozent fallen, damit vergrößert sich der Abstand zwischen Rente und Einkommen weiter. Die Altersarmut wird für viele Senioren zur konkreten Bedrohung. 

Zur Armut im Alter meldet sich auch der DGB zu Wort und warnt zu Recht vor den Gefahren eines konstant sinkenden Rentenniveaus. Ein Metallarbeiter würde bei durchschnittlichem Gehalt und 43 Prozent Rentenniveau nur noch 960 Euro Ruhestandsgeld erhalten. Wer noch weniger verdient, muss Aufstockungen aus der staatlichen Grundsicherung in Anspruch nehmen.

Deutsche Unternehmen sind für die drohende Altersarmut mit in der Verantwortung. Sie senken seit Jahrzehnten mit dem Hinweis "Wettbewerbsfähigkeit" die Reallöhne und lassen zahlreiche Jobs in Scheinselbstständigkeit ohne Rentenanspruch ausführen.


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