John Maynard Keynes: Der aktive Anleger

John Maynard Keynes wurde als Wirtschaftstheoretiker und aktiver Anleger zum Börsenmillionär. Er sorgte nicht nur für Zuwachs bei seinem Privatvermögen, sondern war als Schatzmeister, Versicherungsvorstand und Fondsmanager in der britischen Hauptstadt London tätig.


Keynes

Keynes war mit den Finanzmärkten bestens vertraut

Seine Geschichte als Kapitalanleger begann im Juli 1919. Keynes hatte zwar bereits vor dem Ersten Weltkrieg Aktien erworben und auch über die Finanzmärkte referiert, seine Karriere als Investor startete allerdings erst ein Jahr nach Kriegsende. Er arbeitete gleichzeitig als Dozent, Journalist und Autor, jedoch reichten die Einnahmen nicht zu dem von ihm favorisierten Lebensstil. Zur Finanzierung des Lebenswandels verhalfen ihm Börsengeschäfte und später Warentermingeschäfte, welche auch zur Überprüfung seiner ökonomischen Ideen dienten. 

Keynes bewies umfangreiche Kenntnisse in Bezug auf die Finanzmärkte und war nicht nur Privatanleger, sondern verwaltete die Fonds des King's College als Schatzmeister. Für seine eigenen Börsengeschäfte nutzte er namhafte Makler aus der Hauptstadt.

Devisengeschäfte

Im Herbst 1919 entschloss sich Keynes zu riskanten Devisentermingeschäften und nutzte dazu vorwiegend geliehenes Kapital. Er profitierte dabei vom Ende des Goldstandards und von der ihm gebotenen Hebelwirkung. Keynes fing mit 5.000 Pfund an, welche mit 10er-Hebel die Spekulation mit 50.000 Pfund ermöglichten. Er verließ sich bei seinen Anlageentscheidungen auf Prognosen, welche auf eigenen Analysen basierten. Er erwarb und verkaufte die unterschiedlichsten Devisen und generierte bereits im ersten Jahr attraktive Gewinne. 

Erfolg und Übermut 

Vom Erfolg inspiriert begeisterte Keynes ihm nahestehende Menschen und gründete Ende 1919 eine Art Syndikat mit einem Vermögen von 30.000 Pfund. Damit konnte er Devisentermingeschäfte in Höhe von 300.000 Pfund eingehen. Keynes konnte zwar die langfristige Entwicklung stets perfekt einschätzen, allerdings scheiterte er an kurzfristigen Börsenturbulenzen. Die vorübergehende Erholung der Reichsmark brachten ihm Verluste von 23.000 Pfund und die Erkenntnis, dass die Irrationalität des Marktes seine eigene Liquidität besiegt hatte.

Vom Spekulanten zum Anleger

Keynes ließ sich von dem Verlust nicht sonderlich beeindrucken und fand schnell neue Geldgeber. Er überstand die Weltwirtschaftskrise mit 80-prozentigen Verlusten und wandte sich in der Folge von Termingeschäften ab. Seine Aufmerksamkeit galt seither Aktien, wobei die Vorliebe für unterbewertete Papiere an die spätere Investorenlegende Warren Buffett erinnert. 

Alles auf eine Karte setzen

Der Brite hielt nie viel von Diversifikation, er sah in der Streuung des Kapitals auf mehrere Assetklassen sogar zusätzliches Risiko. Allerdings wählte er den Inhalt seines Portfolios sehr sachkundig und konnte dadurch die Risiken einigermaßen begrenzen. Keynes hat zwar in den 30er-Jahren einen bemerkenswerten Reifeprozess absolviert, allerdings war er aus heutiger Sicht niemals ein umsichtiger Anleger.


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