Nachhaltigkeitsversprechen von Firmen: Der große Bluff

Am Abgasskandal bei VW konnten Sie eindrucksvoll sehen, dass die Bekenntnisse vieler Konzerne zur Nachhaltigkeit nicht das Papier, auf dem sie niedergeschrieben werden, wert sind. Sollten Sie zudem in einem ökologisch ausgerichteten Fonds investiert sein, müssen Sie sich eventuell auf Veränderungen vorbereiten. 2014 spielte sich die Abgasaffäre bei VW vor Ihren Augen verborgen im Hintergrund ab.


Nachhaltigkeit

Gleichwohl legte der Konzern einen auf das Geschäftsjahr bezogenen Nachhaltigkeitsbericht vor, der auf 156 Seiten definierte, was Volkswagen unter Nachhaltigkeit versteht. Da geht es unter anderem um verantwortungsvolles Wirtschaften, wobei Erfolge niemals auf Kosten Dritter gesucht werden sollen. Die gleichen Entscheidungsträger, die vermutlich damals bereits von der Manipulation der Abgaswerte wussten, präsentierten sich als nach Recht und Gesetz handelnde Saubermänner. 

Grüne Versprechen meist wertlos

Zu Recht fragen Sie sich, was all dies mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Doch gibt es wenige Begriffe, die so häufig für Marketingstrategien missbraucht werden wie dieser. Volkswagen ist bei Weitem nicht der einzige Konzern, der Verbraucher mit verbaler Augenwischerei Umweltbewusstsein und ökologisches Denken vortäuschte. 

Sie erinnern sich noch an die Katastrophe auf einer BP-Ölbohrplattform vor fünf Jahren im Golf von Mexiko. Auch bei diesem Konzern wurde dermaßen viel von Nachhaltigkeit gesprochen, dass ihn Anleger wenig später in ökologisch ausgerichteten Finanzprodukten wiederfanden. Schon das allein zeigt, wie unzureichend der Begriff definiert ist und wie leicht er für Umsatzsteigerungen missbraucht werden kann. Nachdem BP durch eigenes Verschulden weite Teile des Golfs systematisch und langfristig verseucht hatte, verschwanden die Aktien des Ölkonzerns unverzüglich aus allen Ökofonds. 

BP täuschte unter dem Mantel der Nachhaltigkeit weltweit Anleger ebenso wie VW. Es ist damit zu rechnen, dass die Volkswagenaktie gleichermaßen aus den Ökofonds verschwindet. Bei einigen Emittenten ist dies schon passiert. Damit wird klar, wie nervös die Branche auf Imageschäden durch wertlose Versprechen reagiert.

Konsequenzen für Anleger

Sie haben vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit in einen Ökofonds investiert? Sollte die VW-Aktie im Warenkorb enthalten sein, wird Ihr Erfolg durch einen starken Absturz getrübt: 

  • Noch vor zwei Wochen notierte die VW-Aktie bei Werten um 170 , Experten sahen das mittelfristige Kursziel wieder bei deutlich über 250.
  • Mittlerweile rangiert die Vorzugsaktie bei 92.75 Euro und ist weiterhin unter Druck. 

Nur die breite Diversifikation in verschiedene, gut ausgesuchte Fonds rettet Sie vor Verlusten in ganzer Tragweite. Als reiner VW-Aktionär müssten Sie jetzt mit ganz erheblichen Einbußen leben.

Fazit

Als in Volkswagen investierter Anleger werden Ihnen nicht nur mehr oder weniger herbe Verluste zuteil, Sie erkennen auch, dass grüne Versprechen oft realitätsfremde Lügen sind. Nachhaltigkeit wird auch nach dem VW-Skandal in anderen Konzernen kaum die gebührende Beachtung finden, obgleich die Unternehmen schon wieder ihre Werbungen mit Worten wie Umweltschutz und Sozialstandards anreichern.


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