Steuersparmodelle vernichten Werte

In vielen Fällen ist das Bezahlen von Steuern preiswerter, als diese mithilfe komplizierter Modelle sparen zu wollen. Solche führen in der Regel zu einem Ergebnis: zum Geldverlust für den Anleger.


Steuersparmodelle

Steuern sind und bleiben ein Reizthema, das regelmäßig sehr viel Kreativität freisetzt. Mit den abenteuerlichsten Konstruktionen soll die Besteuerung von Erträgen aus Geldanlagen vermieden werden. Allerdings wird die Rechnung in vielen Fällen nicht mit dem Wirt, also dem Staat, gemacht. Ändert sich nämlich der gesetzliche oder wirtschaftliche Rahmen, fallen die vermeintlichen Vorteile in sich zusammen - und schlagen ins Gegenteil um.

Hohe Steuerlast in Deutschland als Boden für Steuersparmodelle

Rund die Hälfte des Einkommens geht als Sozialabgaben und Steuern an den Staat, auch in diesem Punkt rangiert Deutschland recht weit oben im globalen Ranking. Umso ärgerlicher ist es, wenn der deutsche Sparer die Gewinne aus Geldanlagen, die aus dem versteuerten Einkommen bestritten werden, nochmals versteuern muss. Genau an diesem Punkt wird eine Art Volkssport betrieben, der sich mit der Vermeidung der Besteuerung von Kapitalerträgen befasst.

Sogenannte Steuersparmodelle üben regelmäßig eine große Faszination aus, entpuppen sich aber oft genug als riskante Konstruktionen. Nach der Wiedervereinigung galten beispielsweise Ost-Immobilien als Renner, weil die hohen Anfangsverluste zu Steuerersparnis führen würden - insbesondere bei Kreditfinanzierung des gesamten Projektes. Der Plan war, die hohen Steuerrückzahlungen zur Kredittilgung einzusetzen, sodass sich diese Modelle faktisch von selbst tragen würden - was natürlich nicht der Fall war. Die Prognosen sahen einen stark nachgefragten Immobilienmarkt vor, die Realität sah jedoch ganz anders aus. Massive Mietausfälle ließen diese Modelle scheitern, lediglich die Baufirmen und Verkäufer konnten sich über die getätigten Geschäfte freuen.

Sinnvolle Alternative: Spenden an gemeinnützige Projekte

Auch die einst so hochgelobten geschlossenen Fonds, in erster Linie Schiffsfonds, taugen als Negativbeispiele. Mit einer Rendite von acht Prozent pro Jahr - und natürlich fast steuerfrei - wurden die Anleger zur Investition verführt, die in den ersten Jahren hohe Abschreibungen mit sich brachte. Allerdings brach auch dieser Markt zusammen, die Chartereinnahmen blieben aus. Sehr ärgerlich: Anleger müssen in vielen Fällen nachschießen, um die Schiffe zu retten. Der Schiffbau-Boom wurde im Prinzip mithilfe dieser Fonds angefacht, galten diese Anlagen doch als sicher und rentabel. Ohne Markt jedoch nützt das schönste Containerschiff nichts.

Wer seine Steuerlast senken will, dem steht eine ganz einfache Alternative offen: Spenden an gemeinnützige Vereine lassen sich von der Steuer absetzen. Sie bringen vielleicht keine Rendite in Euro und Cent, allerdings lassen sich wichtige Initiativen effektiv unterstützen - und ans Finanzamt ist auch weniger abzuführen.


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