Tagesgeld: Erstaunlicher Erfolg mit nachhaltigen Modellen

Tagesgeld ist eine der beliebtesten Anlageformen der Deutschen. In den Augen der Verbraucher punktet das Tagegeldkonto mit Flexibilität und Sicherheit. Der Düsseldorfer Finanz-Experte Udo Keßler hat sich zusammen mit der FMH-Finanzberatung den Markt für Tagesgeld in einer Langzeitstudie etwas genauer angesehen und dabei ein interessantes Muster ausgemacht.


Tagesgeld

Die meisten Banken locken neue Kunden zunächst mit überdurchschnittlich hohen Zinsen für ihr Tagegeld. Nach einiger Zeit werden diese allerdings wieder auf ein mageres Normalmaß zurückgefahren. Die Institute kalkulieren dabei durchaus ein, dass ein Teil der früheren Neukunden sein Tagesgeldkonto wieder kündigt. Lohnenswert ist diese Praxis für die Banken dennoch: Die Mehrheit der Sparer folgt dem Gesetz der Trägheit, akzeptiert auch die deutlich niedrigeren Zinsen und verschenkt damit bares Geld. Einige wenige Banken - nicht immer die bekanntesten Häuser mit Spitzenrankings - verfolgen mit ihrem Tagesgeld jedoch eine andere Strategie: Sie möchten ihre Kunden mit dauerhaft hohen Zinsen an ihre Angebote binden. 

Zinstief limitiert das Potential von Tagesgeld

Keßler hat ausgerechnet, dass clevere Sparer, die ihr Tagesgeldkonto in den vergangenen zwölf Jahren bei solchen nachhaltigen Anbietern eröffnet haben, damit interessant gefahren sind. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro und einem fixen Anlagezeitraum von Anfang 2002 bis Ende 2013 konnten sie sich im Vergleich zu durchschnittlich verzinstem Tagesgeld über zusätzliche Erträge von bis zu 960 Euro freuen. Auch den Aufwand für ständige Zinsvergleiche und den Wechsel zu einem besser verzinsten Konto konnten sich die Anleger in diesen Fällen sogar sparen. Bei Tagesgeld lohnt sich der Wechsel zu einem attraktiven Anbieter, wenn die Sparer für ihre Geldanlage überhaupt noch einen Minimalzins sehen wollen. Vor allem Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken zahlen derzeit oft nur noch 0,1 Prozent Zinsen auf ihr Tagesgeld. Unter Berücksichtigung der Inflation bedeutet dies eine reale Negativverzinsung und somit aktiver Kapitalverzehr.

Nur fünf Institute mit wirklich nachhaltigen Angeboten

Wirklich nachhaltige Angebote für Tagesgeld konnten die Researcher nur bei fünf Geldinstituten ermitteln: Der Online-Ableger der Frankfurter Sparkasse 1822direct, die ING-DiBa, die Santander Consumer Bank, die SKG Bank sowie die Volkswagen Bank direct hatten im Zeitraum 2002 bis 2013 jeweils ein Tagesgeldkonto im Programm, für das es im Vergleich zum Wettbewerb in jedem einzelnen Jahr überdurchschnittliche Zinsen gab. Ihren Nachhaltigkeitsstatus haben sie damit auch unter den Bedingungen des aktuellen Zinstiefs halten können. Der FMH-Tagesgeld-Index weist aus, dass Tagesgeld in den vergangenen zwölf Jahren im Durchschnitt aller Banken mit 1,8 Prozent verzinst wurde. Die höchsten Zinserträge flossen 2008 mit 3,2 Prozent, 2013 waren sie auf wenig attraktive 0,8 Prozent gefallen. Der Langzeit-Sieger der Studie, die 1822direct, zahlte um 39,4 Prozent höhere Zinsen als der Durchschnitt. Wer Anfang 2002 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto des Hauses parkte, konnte Ende 2.013 ein Guthaben von 13.398 Euro für sich verbuchen. Bei durchschnittlich verzinstem Tagesgeld wären es nur 12.438 Euro gewesen.

Angesichts des aktuellen Zinstiefs ist das Potential von Tagesgeld auf absehbare Zeit jedoch trotzdem limitiert. Für einen Vermögensaufbau in größerem Maßstab ist diese Anlageform natürlich nicht geeignet. Als Konto für "Rücklagen für alle Fälle" kann bei kluger Bankenwahl ein entsprechender Mehrertrag erzielt werden. Zudem ist zu wissen, dass ein Tagesgeld auch immer eine Anlage in Geldwerten ist. Je nach persönlicher Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Finanzmärkte empfiehlt sich eine Investition in Real- und Sachwerte. Ebenso bieten Anlagen in Indexfonds (ETFs), bei überschaubaren Risiken höhere Renditen als ein Tagesgeldkonto. Sprechen Sie mit einem unabhängigen Honorarberater, der über das notwendige Wissen dazu verfügt. 


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