Wo geht der Ölpreis hin?

Am Ölpreis entzünden sich die Gemüter, selbst die anstehende Tagung der OPEC kann nicht für einen nachhaltigen Anstieg sorgen. Was ist also in den nächsten Monaten zu erwarten? Experten sind sich uneinig.


Ölpreis

Er beeinflusst nicht nur die Rentabilität der Öl-Industrie und energieintensiver Wirtschaftszweige, er kann ganze Volkswirtschaften ins Wanken bringen: Der Ölpreis gibt derzeit zahlreichen Experten ein Rätsel auf. Allein in den letzten beiden Jahren fiel er von knapp 100 US-Dollar für das Fass auf 27 US-Dollar je Barrel, um sich daraufhin wieder auf das aktuelle Niveau um 50 US-Dollar je Barrel zu steigern. Welche Entwicklung ist hier zu erwarten?

Die OPEC und der Ölpreis - unendliche Geschichte mit ungewissem Ausgang

Derzeit treffen zwei Meinungstrends aufeinander: Fixiert sich der eine auf die OPEC, also die Organization of the Petroleum Exporting Countries, und räumt ihr so viel Macht ein, den Ölpreis wieder in den Griff zu bekommen, sieht der andere die Bedeutung dieser Organisation schwinden und Öl weiterhin auf einem moderaten Preisniveau. Fakt ist, dass der Preis für schwarzes Gold von verschiedenen Faktoren abhängig ist, die derzeit gegeneinander spielen.

Einerseits ist es natürlich die Angebotsseite, die einen großen Einfluss auf den durchzusetzenden Preis am Weltmarkt hat. Genau hier nahm ein Pokerspiel seinen Lauf, das in die heutige Sackgasse geführt hat: Angesichts der steigenden Erträge der Fracking-Technologie in den USA machte sich vor allem Saudi-Arabien, Hauptakteur in der OPEC, für einen extrem niedrigen Ölpreis stark. Fracking rechnet sich nämlich erst ab einem bestimmten Preisniveau, die Quellen sollten somit ausgetrocknet und unliebsame Konkurrenz vom Markt gefegt werden.

Widersprüchliche Prognosen zum Ölpreis in den nächsten Jahren

Aber auch die stärkste Volkswirtschaft hält diesen Preiskampf nicht auf Dauer durch. Selbst Saudi-Arabien musste zwischenzeitlich Staatsanleihen begeben, um die Haushaltskasse wieder aufzufüllen. Andere OPEC-Mitglieder hielten sich ganz einfach nicht an die getroffenen Absprachen zur Drosselung der Förderquoten, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Auch die kommende OPEC-Tagung steht deshalb unter keinem guten Stern: Wird der Preis für Öl durch Verknappung in die Höhe getrieben, wird auch Fracking wieder rentabler. Bleibt der Preis so niedrig, fällt zwar eine ganze Reihe der Fracking-Unternehmen aus, aber die Einnahmen bleiben eben auch zu niedrig.

Nicht zu vernachlässigen ist ein weiterer Trend: der Vormarsch der erneuerbaren Energien, die jedoch (noch) nicht für jeden Bedarf taugen. Es lässt sich also festhalten, dass der Energiemarkt insgesamt vor einer Transformation steht. Für die Öl-Produzenten wird es aber auch in den nächsten Jahren einen enormen Bedarf geben - zu welchem Preis auch immer.


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