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Privatinsolvenzen häufen sich

Von nahezu 6 Millionen überschuldeten Deutschen ist heutzutage beinahe jeder 10 in einer Privatinsolvenz.


Privatinsolvenzen häufen sich

Viele Privatpersonen kommen oftmals, ohne selbst an ihrer Situation Schuld zu haben, in die missliche Lage, insolvent zu sein. Dies kann geschehen, weil der Job wegbricht oder sich plötzlich die private Situation gänzlich ändert. Kosten wie Versicherungen, Krankenkassenbeiträge, Kredit und Steuern müssen aber natürlich weiter bezahlt werden. Etwaige Kredite können dann auch nicht mehr bedient werden. Eine enorme Belastung, wenn das nötige Einkommen fehlt und einem die Banken auf den Leib rücken.

Allein im Jahr 2012 mussten knapp 100.000 Menschen deutschlandweit Privatinsolvenz anmelden. Dazu kommen weitere 21.000 Menschen, die mit ihrem Unternehmen oder ihrer Selbstständigkeit insolvent gingen.

Während sich die einen mit ihren Gläubigern außergerichtlich einigen, sind die anderen auf ein Privatinsolvenzverfahren angewiesen, was allerdings nicht immer ganz einfach ist, schließlich müssen die Privatinsolventen von einem Rechtsanwalt oder Schuldnerberater begleitet werden, der das Verfahren einleitet. Doch die dringend benötigten Beratungsstellen mit insgesamt rund 1600 Beratern haben Wartezeiten von zwei Wochen bis zu 18 Monate.

Auffallend ist vor allem, dass sich mittlerweile hauptsächlich junge Menschen verschulden. Entsprechend dem Schuldneratlas sind rund 27 Prozent der Schuldner noch unter 30 Jahren. Zwar lässt sich laut Haushalt- und Konsumökonom Michael-Burkhard Piorkowsky von der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, bei jedem Fünften zwischen 18 und 25 Jahren die Insolvenz auf eine „unwirtschaftliche Haushaltsführung“ zurückführen, doch sehen sich zahlreiche jüngere Schuldner auch mit dem Problem der Arbeitslosigkeit konfrontiert, die sie in die Privatinsolvenz treibt.

Insgesamt betrachtet ist die Arbeitslosigkeit über alle Altersstufen hinweg in 27 Prozent der Fälle gar das Problem, dass sich Menschen in die Privatinsolvenz begeben müssen. Oftmals sind aber auch Scheidung, Tod des Partners oder Krankheiten und Unfälle der Grund dafür. (FF/BHB)


 
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