Das Desaster mit den Lebensversicherungen

Obwohl Lebensversicherungen schon länger in der Kritik stehen, sind sie nach wie vor ein übliches Instrument der Altersvorsorge. 93 Millionen Verträge gibt es im Bestand der Versicherer, mehr als derzeit Menschen in Deutschland leben. Doch viele Versicherte, die heute ihren Vertrag ausgezahlt bekommen, erleben dabei eine bittere Enttäuschung.


Lebensversicherungen

Niedrige Zinsen und das Konstruktionsprinzip belasten

Denn häufig hält die tatsächlich realisierte Rendite nicht, was einst bei Versicherungsabschluss versprochen wurde. Es gibt sogar Konstellationen mit negativem Ergebnis. Versicherte haben dann unter dem Strich mehr Beiträge geleistet als das Kapital, das sie am Schluss erhalten. Diese schlechte 'Performance' ist zum einen der anhaltenden Niedrigzinssituation geschuldet, zum anderen beruht sie aber auch auf dem Konstruktionsprinzip von Lebensversicherungen. 

Dabei geht es konkret um die klassische kapitalbildende Lebensversicherung. Sie kombiniert den Gedanken der systematischen Kapitalbildung durch regelmäßige (Spar)beiträge mit der finanziellen Absicherung des Todesfallrisikos. Der Todesfallschutz ist unter dem Gesichtspunkt der Kapitalbildung ein Kostenfaktor, denn ein Teil der Beiträge wird zur Abdeckung dieses Versicherungsbausteins verwandt. Noch gravierender sind allerdings die Kosten, die durch Verwaltung und Vertrieb der Lebensversicherungen selbst entstehen. Auch sie gehen zu Lasten der Kapitalbildung. 

Hohe Zinserträge kaschierten lange die Nachteile

Erträge kann letztlich nur das nach Abzug von Kosten angesparte Kapital erzielen. Und das ist eben wesentlich niedriger als die geleisteten Beiträge. In Zeiten hoher Zinsen macht sich dieses Manko weniger stark bemerkbar. Gute Zinserträge in Verbindung mit Zinseszinseffekten führen dann im Zeitablauf doch zu einem ansehnlichen Ergebnis. So war es lange Zeit. Lebensversicherungen hatten kein Problem, den gesetzlichen Garantiezins darzustellen, obwohl er deutlich höher als heute lag. Und zusätzlich erhielten die Versicherten am Schluss noch Überschussbeteiligungen, die das Ergebnis weiter verbesserten. 

In der Niedrigzinssituation gilt dies nicht mehr. Die hochverzinsten Investments aus früheren Zeiten laufen zunehmend aus. Die Versicherungsunternehmen können anschließend nur noch niedriger verzinste Titel erwerben. Die logische Konsequenz ist ein systematisches Abschmelzen der Erträge. Dies macht sich zunächst vor allem in sinkenden Überschüssen und Überschussbeteiligungen bemerkbar, danach auch beim Garantiezins selbst, der inzwischen - für Neuverträge - mehrfach abgesenkt wurde. 

Alternativen zu Lebensversicherungen gefragt

In gewisser Weise sorgen die niedrigen Zinsen für mehr Transparenz bei Lebensversicherungen. Denn sie legen schonungslos die finanziellen Lasten offen, die die Versicherten durch die Einbindung des Todesfallschutzes und die Verwaltungs- und Vertriebskosten tragen müssen. Sie zeigen, dass das Vorsorgemodell Lebensversicherung letztlich suboptimal ist.

Wer selbst systematisch spart und das Todesfallrisiko separat absichert, fährt in der Regel besser - sowohl in Zeiten hoher als auch niedriger Zinsen.


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