Discounter im Umbruch: Probleme der Aldi-Strategie

Haben Sie bereits bemerkt, dass es bei Aldi nicht mehr so voll ist wie früher, während bei den klassischen Supermärkten das Geschäft boomt? Gravierende Umsatzrückgänge zwingen auch andere Discounter zur Kreativität - und verleiten zu Preiskämpfen.


Discounter

Dass billig allein den Verbrauchern nicht mehr reicht, spüren Aldi und Co. am Umsatz, dessen Volumen in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um zwei Prozent geschrumpft ist. Naturgemäß brachen im Segment der Discounter erbitterte Preiskämpfe aus, doch die Aktionen verliefen meist im Sand. Da gleichzeitig die klassischen Supermärkte Umsatzrekorde erzielten, wird deutlich, dass Kunden zunehmend anspruchsvoller werden. Die Billiganbieter geben jedoch nicht klein bei, sondern stellen sich für den Wettbewerb neu auf.

Discounter vor Millioneninvestitionen

Sie erinnern sich noch an das alte Bild bei Aldi und Co.: schmucklose Hallen mit lieblos aufgestellten Regalreihen, in denen Sie die Waren selbst aus den Kartons holen mussten. Damals waren billig Trumpf und die Anbieter in ihrem Element. Doch soll das Image der Billigen ein anderes werden, und dafür investieren sie mittlerweile in Details, die einen Manager alter Schule das Fürchten gelehrt hätten.  Unvorstellbar war bei Aldi und Co. bisher die Idee, Kunden nach ihrem Einkauf noch irgendeinen Service anzubieten.

Heute offerieren die ersten Discounter ein Leben nach der Kasse mit Sitzbank, Kaffeeautomat und Kundentoilette. Zudem erstrahlen die Wände in neuem Design und sind aus hellem Holz gefertigt. Egal ob bei Aldi oder Lidl, sie haben von ihren klassischen Konkurrenten im preislichen Mittelfeld gelernt und sogar an Mütter mit Kleinkindern gedacht. 

Auch das Warenangebot erfährt eine Wandlung

Alle Discounter entdecken auf einmal Kinder als Kunden, den Bedürfnissen Erwachsener werden künftig Backstationen, frische Fleisch- und Fischprodukte sowie zunehmend viele Markenartikel gerecht. Das Konzept ist einfach verständlich: Die Billiganbieter wollen Sie vom Besuch anderer Supermärkte abhalten. Traditionellen Bäckern und Metzgern rückt damit der Tag der Aufgabe um einiges näher.

Neues Erscheinungsbild mit viel Werbung

Nach wie vor wird Aldi Ihnen Sonderangebote mit Postwurfsendungen und Zeitungswerbungen schmackhaft machen. Neu ist, dass die Discounter auch Fernsehspots zur Aufwertung ihres Images einsetzen, wobei sogar eine Spur Umweltbewusstsein zum Ausdruck kommt. Auch wenn es derzeit noch sehr wenige Elektroautomobile im Straßenverkehr gibt, der führende Billiganbieter verfügt bereits über Ladestationen und demonstriert mit diesem Ansatz seine Umweltsensibilität. 

Die Zielsetzung verbietet jegliches Unterschätzen

Discounter wollen Sie als Verbraucher mit Familie und Kindern verstärkt an sich binden. Die Jugend hat Aldi mit seiner Kooperation mit dem Streamingprovider Napster bereits im Sturm erobert, denn viel Musik für wenig Geld ist bei Teens immer ein überzeugendes Argument. Selbst wenn es Ihnen momentan bei Ihrem Lieblingsdiscounter leerer als sonst vorkommt, keinesfalls unterschätzen. Nach einer kreativen Neuerfindung dürfte er wieder voll da sein.


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