Finanzplanung: Vorsorgevollmacht

Wer finanzielle Vorsorge betreibt, sollte auch daran denken, was geschehen soll, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Mit einer Vorsorgevollmacht lässt sich sicherstellen, dass eine Finanzplanung im Falle eines Falles so umgesetzt werden kann, wie sie einmal beabsichtigt war.


Vorsorgevollmacht

An die Möglichkeit, selbst nicht mehr handlungsfähig zu sein, denkt niemand gerne und in Tagen, in denen man sich gesund fühlt, scheint die Notwendigkeit fern, sich darum zu kümmern. Tatsächlich kann aber der Fall schnell eintreten. Es muss nicht immer die Demenz sein, die sich in der Regel als schleichender Prozess vollzieht. Häufig ist ein plötzlicher Unfall oder ein Schlaganfall der Auslöser.

Vorsorgevollmacht: auch für die Finanzplanung

Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine dritte Person bevollmächtigt, im Notfall bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber wahrzunehmen und ihn in Rechtsgeschäften zu vertreten. Der Bevollmächtigte entscheidet dann anstatt der nicht mehr handlungsfähigen Person. Der Umfang der Vorsorgevollmacht wird vom Vollmachtgeber selbst festgelegt. Er kann recht weitgehend sein und auch die Entscheidungsbefugnis in allen Angelegenheiten, die die persönlichen Finanzen und die Finanzplanung betreffen, umfassen. 

Die Einbeziehung der Finanzplanung und finanzieller Entscheidungen in eine Vorsorgevollmacht ist deshalb wichtig, weil auch bei persönlicher Entscheidungs- und Handlungsunfähigkeit  finanzieller Regelungsbedarf bestehen bleibt. Schließlich sind auch dann der Lebensunterhalt und die finanzielle Existenz weiter sicherzustellen.

Ansonsten entscheiden Gerichte

Wenn keine Vollmacht vorliegt, werden bei Bedarf durch die Gerichte gesetzliche Betreuer bestellt. Häufig sind das keine Familienangehörigen, sondern Dritte. Ob damit den ursprünglichen Absichten des Betreuungsbedürftigen am besten gedient ist, kann meist nicht mehr festgestellt werden. Mit einer Vorsorgevollmacht lässt sich verhindern, dass Gerichte darüber entscheiden, wer einen im Falle der eigenen Handlungsunfähigkeit betreut und vertritt. 

Die Vorsorgevollmacht ist nicht mit der Patientenverfügung zu verwechseln. Eine Patientenverfügung bestimmt, was im Falle einer unheilbaren Krankheit geschehen soll, wenn der Patient selbst nicht mehr entscheiden kann. Die Vorsorgevollmacht deckt dagegen die nicht-medizinische Seite der eigenen Handlungsunfähigkeit ab. Häufig werden beide Instrumente kombiniert.

Notarielle Beurkundung zu empfehlen

Es gibt keine besonderen Formvorschriften für die Vorsorgevollmacht. Im Hinblick auf die Rechtssicherheit empfiehlt sich aber eine notarielle Beurkundung - ähnlich wie beim Testament. Die Erteilung einer solchen Vollmacht setzt ein besonderes Vertrauensverhältnis voraus. Nur solche Personen sollten mit einer entsprechenden Handlungsbefugnis ausgestattet sein, die charakterlich einwandfrei und auch qualifiziert sind.

Es ist möglich, vielleicht oft auch sinnvoll, einen Kontrollbetreuer zu bestellen. Das Vier-Augen-Prinzip hat sich auch bei der Vorsorgevollmacht bewährt. Dann kann man auch die eigene Finanzplanung beruhigt in dritte Hände übergeben.


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