Gold und Steuern

Über Steuern müssen sich Verbraucher beim Erwerb von physischem Gold wenig Gedanken machen, denn aktuell ist der Handel oder Besitz des Edelmetalls nicht mit Abgaben belegt. Eine Ausnahme entsteht dann, wenn der Goldbesitz innerhalb eines Jahres wieder veräußert wird.


Gold und Steuern

Steuern auf Gold nur innerhalb der Spekulationsfrist

Ob Barren, Schmuck oder Münzen, physisches Gold stellt in jeder Form einen Wert dar, welcher jedoch keine Zinsen generiert. Wo kein Gewinn erzielt wird, können auch keine Einkommenssteuer erhoben oder Werbekosten geltend gemacht werden. Wer sein Gold verkauft und dabei Gewinn erzielt, muss für die Rendite keine Abgeltungssteuer entrichten. Maßgeblich für Steuern ist bei Gold die Einhaltung der Spekulationsfrist, sie beträgt ein Jahr. Wird das Edelmetall länger als diese Frist behalten, entsteht gemäß § 23 EStG keine Einkommenssteuerschuld. Wird diese Frist nicht eingehalten und der Goldbestand bereits vor Ablauf veräußert, kommt nicht die Abgeltungssteuer mit 25 Prozent zur Anwendung, sondern der individuelle Steuersatz des Verbrauchers.

Unterliegt Gold der Umsatzsteuer?

Beim Handel mit Münzen oder Barren fällt keine Umsatzsteuer an, solange die Kriterien von Anlagegold erfüllt werden, welche im § 25 c Absatz 2 UStG aufgeführt sind. Dabei ist Folgendes zu beachten:

1. Goldbarren müssen die marktüblichen Gewichte aufweisen, der Feingehalt darf 995/1000 nicht unterschreiten.

2. Münzen aus Gold müssen einen Feingehalt von mindestens 900/1000 besitzen. Sie sollten später als im Jahr 1800 geprägt sein, und als gesetzliche Zahlungsmittel in ihrem Ausgabeland Verwendung gefunden haben. Ihr Verkaufspreis darf den Marktwert des Goldgehalts maximal um 80 Prozent überschreiten.

Steuern auf die Aktien oder Fonds von Goldminen

Bei diesen Papieren gelten die gleichen Bestimmungen wie bei allen Aktien und Fonds, seit dem ersten Januar 2009 ist auf eventuelle Gewinne Abgeltungssteuer zu entrichten. Die Steuerschuld entsteht unabhängig von der Haltezeit und wird beim Verkauf fällig. Gold-Zertifikate oder ETFs erfahren die gleiche Behandlung bei Steuern, obwohl sie sich eigentlich auf ein Edelmetall beziehen. Zertifikate werden jedoch als Wertpapiere mit Abgeltungssteuer belegt. Gold-ETFs werden als börsengehandelte Indexfonds ebenso behandelt, wie andere Investmentfonds auch.

Keine Steuern mehr bei Gold-ETC.

Exchange Traded Commodities (ETC) sind Schuldverschreibungen, welche an die Entwicklung des Goldpreises gebunden sind. Bisher waren die Finanzämter der Ansicht, dass die damit erwirtschafteten Gewinne oder Verluste unabhängig von der Haltezeit abgeltungssteuerpflichtig sind. Zwei aktuelle Urteile deutscher Finanzgerichte haben die Grundlage geschaffen, dass zukünftig keine Steuern auf ETC mehr fällig werden, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind: 

1.    Die Papiere müssen vollständig durch Gold gedeckt sein.

2.    Der Halter kann vom Emittenten ausschließlich die Lieferung des Edelmetalls verlangen. 

Bei Erfüllung dieser Bedingungen wird keine Abgeltungssteuer erhoben, die Veräußerungsgewinne sind nach zwölf Monaten Haltedauer absolut steuerfrei.

Steuern auf Sammlermünzen

Was für Münzen aus Gold gilt, trifft nicht bei anderen Edelmetallen zu. Für Silbermünzen wurde schon früher ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben Prozent erhoben. Seit Anfang des Jahres ist der Satz auf die vollen 19 Prozent gestiegen.


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