Expertenartikel

Immobilien: Vielfältige Risikofaktoren

Der Traum vom Eigenheim wird von vielen Menschen geteilt, und kaum scheint er so realistisch wie heute. Denn die niedrigen Zinsen machen den Erwerb von Immobilien auch für jene erschwinglich, die sich sonst kein Haus leisten könnten. Doch was sicher erscheint, ist nicht ohne Risiken.


Immobilien

Sowohl für den Einzelnen als auch gesamtwirtschaftlich betrachtet kann sich der Erwerb von Wohneigentum unter Umständen als Albtraum erweisen. 

Immobilien binden auf Jahrzehnte 

Grundsätzlich gilt: der Erwerb von Immobilien stellt in der Regel das größte Finanzierungsprojekt im Leben dar. Ohne Kreditaufnahme geht es normalerweise nicht, Kreditverpflichtungen belasten oft auf Jahrzehnte. Grundvoraussetzungen sollten sein: eine solide Finanzierung, ein realistischer Kaufpreis oder realistische Kosten für den Bau und eine Absicherung für unvorhergesehene Umbrüche. Im Privatbereich treten sie häufig in Form von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidungsverfahren auf. Diese unerfreulichen Lebensereignisse haben schon manchen Bauherren in die Privatinsolvenz geführt. 

Vielfältige Risikofaktoren 

Aber auch gesamtwirtschaftlich betrachtet, sind Risikofaktoren nicht zu unterschätzen. Immobilien erscheinen vielen zwar als Garanten für Wertbeständigkeit und Inflationsschutz. Das stimmt tendenziell, doch wie sich der Markt tatsächlich entwickeln wird, ist nur bedingt vorherzusagen. Die Auswirkungen des demografischen Wandels, die Konjunktur, die Zinssituation und politische Rahmenbedingungen sind nur einige übergeordnete Einflussgrößen, die sich hier belastend bemerkbar machen können. Und auch das jeweilige Objekt birgt spezifische Risiken. Renovierungs- und Sanierungsbedarf, Wertbeeinträchtigungen durch ungünstige Lage oder ein verändertes Umfeld können sich im Einzelfall negativ auswirken. 

Sicher sind nur Zahlungsverpflichtungen 

Beim Immobilienerwerb ist nur eines sicher, die Verpflichtung zu Zins- und Tilgungszahlungen für aufgenommene Kredite. Deutschland befindet sich dabei im Vergleich zu anderen Ländern noch in einer recht komfortablen Lage. Die Zahl der Menschen mit Immobilieneigentum ist im internationalen Maßstab unterdurchschnittlich. Dennoch sind die Preise bereits kräftig gestiegen. In städtischen Bereichen wird bereits von Immobilienblasen gesprochen. 

Andere Länder haben Negativerfahrungen 

Deutschland blieben bislang entsprechende Erfahrungen anderer Länder erspart. Hier haben sich Immobilien bereits als finanzielle Massenvernichtungswaffen gezeigt. Der Zusammenbruch des Immobilienmarktes in den USA war Auslöser der weltweiten Finanzkrise. Und auch in den europäischen Krisenstaaten, wie zum Beispiel Portugal und Spanien, waren Immobilienblasen wesentliche Ursachen für die dort aufgetretenen Probleme. Immer wenn sich zeigt, dass die Immobilienpreise nicht mehr dem realen Wert entsprechen, droht der Kollaps. Massive Zahlungsschwierigkeiten und Kreditausfälle mit Bedrohungen des Bankensystems und weiteren Negativfolgen für andere Wirtschaftsbereiche sind die Konsequenz. 

Konservative Planungen 

Damit der Traum vom eigenen Heim nicht zum Albtraum wird gilt es bewußt konservativ zu planen. Denn Immobilienwerwerb wird in der Regel immer teurer als zunächst gedacht. Kann ausreichend Eigenkapital eingebracht werden, bestehen zusätzlich Reserven, sind Absicherungen vorgesehen und ist ausreichend Tilgung gerade zur Beginn einer Finanzierung eingeplant? Übrigens stellt sich ein Mieter einer Immobilie langfristig finanziell besser als ein Käufer oder Bauherr einer Immobilie! Überrascht? Dann sei Ihnen das Buch "Kaufen oder Mieten? Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen" von Gerd Kommer empfohlen. 


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