Krisenerkennung durch Banker

Bankmitarbeiter erkennen Anzeichen von Krisen persönlich viel früher als offizielle Stellungnahmen der Häuser oder gar öffentliche Institutionen. Aber wie kommt man an diese wertvollen Informationen heran? Preisgekrönte Lösung: Den eigenen Geldbeutel der Angestellten reagieren lassen.


Krisenfrüherkennung durch Bankmitarbeiter

Vor wenigen Tagen wurde der Postbank Finance Award an eine Team der Frankfurter Goethe-Universität vergeben, das ein Krisen-Frühwarnsystem entwickelt hat, um globale Krisen wie 2008 früher vorhersagen zu können. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass involvierte Mitarbeiter bereits lange vor der Öffentlichkeit oder den Börsen Schieflagen in 2008 erkannt hatten. So erwarteten Mitarbeiter von Standard & Poor bereits im Frühjahr 2007 einen Zusammenbruch des US-Immobiliensystems, bewerteten Papiere Ihrer Auftraggeber aus Angst Aufträge zu verlieren aber weiterhin gut. Ein entscheidender Grund für das Versagen der Ratingagenturen: Das bestimmende Handlungsmotiv, keine Kunden verlieren zu wollen. 

Die Preisträger haben nun folgende Idee vorgeschlagen: Die Hälfte der Boni für Bankmitarbeiter werden ausgezahlt, die andere Hälfte eingefroren und erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt. Das ist noch nicht neu. Aber die in der Zukunft liegende Auszahlung, von der dann vorherrschenden Solvenz des eigenen Instituts abhängig zu machen, führt zu einem neuen Weg. Logisch weiter gedacht, werden diese zukünftigen Auszahlungen verbrieft, also untereinander handelbar gemacht. Es existiert also eine bankinterne Börse, in der jeder Mitarbeiter seinen ganz persönlichen Wissensvorsprung in konkretes Geld (oder Vermeidung von Verlusten) umsetzen kann.

Ist er eher pessimistisch und erkennt persönlich mögliche Risiken sehr früh, verkauft er die Papiere aus Eigennutz an einen Kollegen, sogar mit einem kleinen Abschlag um befürchtete zukünftig rückläufige Auszahlungen zu vermeiden. Der unwissende Kollege wittert ein gutes Geschäft und kauft. Der Kurs geht zurück. Bei optimistischer Grundhaltung versucht er anderen Kollegen - auch mit einem kleinen Aufpreis versehen – diese Papiere abzukaufen. Der Kurs steigt. Börse pur. 

Genau diese Kursentwicklung ist ein wertvoller Indikator, wenn er öffentlich gemacht wird. Möglicherweise für die Vermögensberatung sehr erfolgversprechend.

So kann man das Gewinnstreben des einzelnen, wissenden Individuums wunderbar als verlässlicher Frühindikator nutzen. Genial.


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