Lebensversicherung immer unattraktiver

Die Lebensversicherung als klassisches Vorsorgeprodukt steht aufgrund der niedrigen Zinsen schon länger unter Druck. Zum Jahreswechsel sinkt der gesetzliche Garantiezins erneut - von 1,75 Prozent auf nunmehr 1,25 Prozent. Betroffen sind zwar nur Neuverträge. Aber auch Inhaber bestehender Verträge müssen Einbußen befürchten, ihre Überschussbeteiligungen sind ebenfalls bedroht.


Lebensversicherung

Fragwürdiger Rat - Abschluss jetzt 

Der Branchenprimus Allianz hat bereits angekündigt, die Überschussbeteiligung von 4,2 Prozent auf 4,0 Prozent zu senken. Andere Versicherer werden erfahrungsgemäß nachziehen. Und da bei den Zinsen in absehbarer Zeit keine Änderung in Sicht ist, dürften niedrigere Renditen als ursprünglich in Aussicht gestellt auch weiterhin zur Realität gehören.

Der Gesetzgeber tut ein Übriges. Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz - einer Maßnahme zur Stabilisierung der Versicherungsunternehmen - werden die Ansprüche der Versicherten auf Beteiligung an den Bewertungsreserven zusätzlich beschnitten. 

Das Vorsorgeprodukt Lebensversicherung wird damit insgesamt noch unattraktiver. Dies hält die Unternehmen nicht davon ab, trotzdem weiter kräftig die Werbetrommel zu rühren. Mit Blick auf die anstehende Garantiezinssenkung wird derzeit verstärkt zum Abschluss noch vor dem Jahreswechsel aufgefordert. Ein Rat, der nicht nur durch die aktuelle Zinssituation fragwürdig ist. 

Ein umstrittenes Produkt 

Unumstritten war die Lebensversicherung nie. Die Kombination aus Risikoversicherung und systematischem Sparen bot seit jeher Ansätze zur Intransparenz. Neben den Kosten der Todesfallabsicherung werden in der Versicherung viele weitere Kosten versteckt. Dazu gehört vor allem die Vertriebsprovision, aber auch die einkalkulierten laufenden Verwaltungskosten sind nicht zu unterschätzen. Sie führen dazu, dass die Rendite der Lebensversicherung in der Regel deutlich hinter der anderer langfristiger Anlageformen zurückbleibt. Daran ändern auch Varianten wie die fondsgebundene Lebensversicherung nichts. 

Vor allem Versicherte, die vorzeitig aus ihrem Vertrag aussteigen wollen, bekommen dies schmerzlich zu spüren. Denn hohe Einmalkosten wie die Vertriebsprovision machen sich dann besonders renditeschmälernd bemerkbar. Versuche, regulierend bei den Provisionen einzugreifen, kamen dank des erfolgreichen Widerstands der Branche bisher nicht über Ansätze hinaus. 

Es gibt bessere Alternativen 

Das Fazit lautet: wer selbst systematisch spart - zum Beispiel durch Fondssparen - und dabei eine ausreichende Risikostreuung betreibt, dürfte auf lange Sicht wesentlich besser fahren als mit einer Lebensversicherung. Denn bei einer geeigneten Produktwahl lassen sich sehr viel günstigere Lösungen verwirklichen.

Der Anleger hat dabei außerdem die Chance, die Anlagepolitik selbst zu bestimmen und ist deutlich flexibler. Auch auf die Absicherung des Todesfallrisikos muss nicht verzichtet werden, denn sie ist mit einer reinen Risikolebensversicherung ebenfalls möglich. Es gibt also durchaus Alternativen. Guten Gewissens lässt sich eine Lebensversicherung derzeit kaum empfehlen.


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