Lebensversicherungen: Altkunde müsste man sein

Als attraktive Altersvorsorge sind Lebensversicherungen ins Gerede gekommen. Aus gutem Grund, denn sie eignen sich im Grunde nicht mehr, um für den Lebensabend vorzusorgen. Es sei denn, man ist Altkunde. Es ist noch nicht lange her, da war den Medien zu entnehmen, dass die Lebensversicherer darüber nachdenken, den Garantiezins erneut zu senken.


Lebensversicherungen: Altkunde müsste man sein

Auch von gestaffelten Garantien war die Rede, und nicht zuletzt sogar davon, das Geschäft mit den Lebensversicherungen ganz aufzugeben. Nun können Altkunden - und das klingt mehr als widersprüchlich - auf höhere Gewinnbeteiligungen hoffen. Neukunden dagegen "gucken in die Röhre". 

Weniger Zinsen, mehr Geld

Niedrige Zinsen können sich nicht positiv auf die Ablaufleistungen von Lebensversicherungen auswirken. Zumindest lässt das der gesunde Menschenverstand vermuten. Für Altkunden einer Lebensversicherung allerdings scheint die Welt ein wenig Kopf zu stehen, denn trotz sinkenden Zinsen erhalten sie derzeit höhere Gewinnbeteiligungen als noch im letzten Jahr. Der Grund sind die sogenannten "stillen Reserven", die durch Bilanzierungs- und Ausschüttungsvorschriften entstehen. Manfred Poweleit vom Brancheninformationsdienst "map-Report" bringt es auf den Punkt: "Je weniger Geld die Versicherer am Zinsmarkt verdienen, umso mehr müssen sie ausschütten." Möglich wird dieser Widerspruch, weil die Werte der Zinspapiere in den Büchern steigern, wenn die Zinsen am Markt sinken. Doch wenngleich sich Altkunden über diese Entwicklung freuen können, für die Zukunft bedeutet es, dass Lebensversicherungen noch unattraktiver werden. 

Man muss es nicht verstehen

Selbst Kenner der Branche verstehen das Prinzip der Ausschüttungsvorschriften nicht bis ins letzte Detail. Und das ist auch gar nicht nötig. Entscheidend ist die Konsequenz, die sich daraus ergibt. Da es sich bei den stillen Reserven faktisch um Scheinreserven handelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die niedrigen Zinsen sich auf die tatsächlichen Rücklagen auswirken. Mit anderen Worten: Wer jetzt die Auszahlung seiner Lebensversicherungen erwartet, kann sich freuen, er profitiert von der aktuellen Situation. Für Menschen, bei denen die Auszahlung jedoch in der Zukunft liegt, lassen sich trübe Aussichten prognostizieren. Das ist durchaus vergleichbar mit der Situation in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die heutigen Rentner profitieren von den Zeiten, als die demografischen Entwicklungen noch unproblematisch waren. Künftig jedoch kommen immer mehr Rentner auf weniger Einzahler, das Ungleichgewicht wirkt sich negativ auf künftige Renten aus. Für die Lebensversicherungen gilt ein ähnlich gelagertes Problem. 

Alternativen müssen her!

Selbst wenn die Lebensversicherungen jetzt noch einmal in die Schlagzeilen kommen. Zur Altersvorsorge eignen sie sich heute nicht mehr, in Zukunft erst recht nicht. Perspektivisch ist das allerdings nicht dramatisch, denn es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, effektiv fürs Alter vorzusorgen. Am besten ist der Rat eines unabhängigen Experten, zum Beispiel der eines Honorarberater.


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