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Negative Realzinsen: Lieber in Bildung und Kultur investieren

Die Niedrigzinspolitik der EZB macht es möglich - die Zinsen für Geldanlagen nähern sich hierzulande rasant dem Nullniveau. Wer Bundesanleihen kürzerer bis mittlerer Restlaufzeit erwirbt , muss jetzt schon negative Renditen in Kauf nehmen. Negative Realzinsen auf Dauer werden zum realistischen Szenario.


Negative Realzinsen

Ein möglicher Dauerzustand 

Das bedeutet nichts anderes, als dass Anleger mit einem tatsächlichen Kapitalverlust rechnen müssen, auch wenn sie ihr Geld in vermeintlich sicheren Anlageformen investieren. Ganz so ungewöhnlich wie es scheint ist die Situation allerdings nicht. Es hat bereits in der Vergangenheit durchaus - wenn auch kurze - Zeiten mit negativen Realzinsen gegeben. Diese Phasen unterschieden sich von der heutigen Situation vor allem dadurch, dass die Nominalzinsen im positiven Bereich blieben. Das negative Vorzeichen bei den Realzinsen kam durch die Inflation zustande.

Diesmal fehlt die Inflation, manche befürchten sogar Deflation. Dafür droht den Nominalzinsen - damit auch den Realzinsen - ein negatives Vorzeichen. Und noch einen Unterschied gibt es zu früher. Während Phasen mit negativen Realzinsen nach spätestens ein bis zwei Jahren wieder vorbei waren, könnte das diesmal erheblich länger dauern. Denn derzeit ist nicht erkennbar, dass die EZB ihren Kurs der lockeren Geldpolitik bald aufgeben wird. Solange die Konjunktur im Euro-Raum nicht anspringt - und dafür gibt es derzeit wenig Anzeichen -, wird sie weiter Geld auf den Markt werfen. Niedrig verzinsliche Anlagen wie das klassische Sparbuch oder kurzfristiges Festgeld weisen schon seit einigen Jahren negative Realverzinsungen auf. Immer mehr andere Anlagen folgen. 

Bildung und Kultur: alternative Geldanlagen

Angesichts dieser Situation wird händeringend nach alternativen Möglichkeiten der Geldverwendung gesucht, die zumindest eine  ideelle Rendite abwerfen. Wer sein Geld nicht nur in Mehr-Konsum und Vergnügungen stecken will, hat  grundsätzlich zwei Optionen: Kultur und Bildung.

Vergangene Negativzins-Phasen waren auch Zeiten, in denen die Kultur blühte. Dies gilt zum Beispiel für 1948, als die Theater und Opernhäuser voll waren. Allerdings war der damalige Kulturboom auch dem Nachholbedarf nach dem Krieg geschuldet. Das wertlose Geld und negative Realzinsen dürften daher nur ein Aspekt der starken Kultur-Nachfrage gewesen sein. Für eine starke kulturelle Blüte in unseren Tagen dank EZB-Aktivität fehlt es bislang an Signalen. 

Eine andere Möglichkeit ist, in die eigene Bildung und die der Kinder zu investieren. Trotz staatlicher Förderung war Bildung immer auch eine Sache des privaten Engagements und des Geldes. Das gilt auch heute noch. Neben dem persönlichen Gewinn ist Bildung auch eine Investition in die Zukunft. Sowohl die eigenen Berufschancen als auch die des Nachwuchses lassen sich verbessern - eine echte Perspektive für eine positive Realrendite.


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