Offene Immobilienfonds: Jetzt wieder interessant?

Offene Immobilienfonds - langjährig eine ausgesprochen stabile Form der Altersvorsorge, die leider durch Exzesse institutioneller Anleger, unfähig, mobil von immobil zu unterscheiden, in Misskredit geraten ist. Nach der Finanzkrise befinden sich viele Fonds-Schwergewichte in der Abwicklung. Jetzt hat der Gesetzgeber mit neuen Regelungen die Konsequenzen gezogen.


Immobilienfonds

Doch ist das neue Gesetz so gut, dass offene Immobilienfonds wieder interessant werden?

Missbrauch einen Riegel vorschieben

Um den ehemals guten Ruf offener Immobilienfonds zu reparieren, plant der Gesetzgeber nach Neuregelungen zum Jahresanfang für Juli weitere Nachbesserungen, die diese Anlageform sicherer machen sollen. Aber sind offene Immobilienfonds überhaupt für Sparer attraktiv? Nicht für Privatinvestoren, die jederzeit auf ihr Geld zugreifen wollen. Denn ab 22. Juli tritt ein Gesetz in Kraft, das diesen Zugriff stark einschränkt.

Lange wurden offene Immobilienfonds als besonders sicher und allzeit verfügbar beworben. Dann kam die Finanzkrise: Auf einen Schlag wollten zahlreiche Anleger an ihr Geld - zu große Summen, durch die vorhandene Liquidität nur unzureichend gedeckt. Schließlich lassen sich Immobilien kaum von heute auf morgen flüssig machen, also fror man zahlreiche Immobilienfonds ein und wickelte sie ab. Der Schaden: 20 Milliarden Euro, die sich bis dato dem Zugriff ihrer Anleger entziehen. Das neue Gesetz will diesen Anlagetyp vor unerwartetem Kapitalabfluss schützen, der in Zukunft nicht länger als Tagesgeld verkaufbar ist, so FDP-Finanzexperte Björn Sänger zur Einigung im Finanzausschuss zum Kapitalanlagegesetzbuch. Gleichzeitig werden damit auch EU-Vorgaben im Bereich alternativer Anlageformen (AIFM) umgesetzt. Eine Ersthaltefrist von 24 Monaten gilt bereits seit Jahresanfang, hinzukommt eine Kündigungsfrist von ganzen 12 Monaten - nicht nur für Neu-, sondern auch Bestandsanleger, deren Ersparnisse nach dem 21. Juli in den Fonds gehen. Unabhängig davon bleiben bis zum Stichtag 21. Juli gekaufte Anteile bis zu einem Wert von 30.000 Euro pro Kalenderhalbjahr stets einlösbar.

Wer also dieses Jahr kauft und direkt kündigt, kommt erst 2015 an sein Geld. Und wer erst 2017 verkauft, muss nur noch die einjährige Kündigungsfrist berücksichtigen. Was Verkäufer allerdings nicht wissen: Wird der Fondspreis auch nach Fristablauf noch interessant sein? Etwas, das Branche wie Anleger an der Gesetzesänderung kritisieren, die den Anlegerschutz nicht verbessere. Aber dabei vergessen, dass es sich bei offenen Immobilienfonds um mittel- bis langfristige, alles andere als aktienartig liquidierbare Produkte handelt, die sich traditionell an langfristig denkende Privatanleger richten. Dieses Produkt wurde nicht als gewinnträchtiger Ersatz für schlecht verzinstes Festgeld erdacht, sondern sollte eine langfristige, gestückelte Option für Immobilienaffine sein.

Neue Rechtssicherheit als Chance?

Die Branche jedenfalls hat den Niedergang milliardenschwerer Immobilienfonds ebenso weggesteckt wie die verschärften Rücknahmeregelungen: Im ersten Quartal 2013 wurden hier 1,8 Milliarden Euro investiert. Wie kommt das? Nur im Rahmen offener Immobilienfonds können Sparer mit Kleinstbeträgen bei professionellen Immobilieninvestments dabei sein. Weil Immobilien zu einem ausgewogenen Vermögensmix gehören, macht es Sinn, in überschaubaren Portionen in Immobilienfonds - und damit aktuell so wichtige Sachwerte - zu investieren. Derzeit bringen offene Immobilienfonds im Schnitt gute zwei Prozent - und liegen damit über dem Durchschnitt von Alternativen wie Fest- und Tagesgeld.

Mittelfristig sind Renditeanstiege um bis zu vier Prozent zu erwarten, Gewinnausschüttungen sind teilweise steuerbefreit. Laut Expertenmeinung ist das Sterben offener Immobilienfonds Geschichte: Die jetzt noch am Markt vertretenen profitieren von der gegebenen Rechtssicherheit und einem aktuell starken Immobilienmarkt, denn das  Das wirtschaftlich robuste Deutschland gilt aktuell unter europäischen Immobilieninvestoren als sichere Topadresse. Jeder, der hier Anteile besitzt, kann davon ausgehen, dass millionenschwere Deals professioneller Anleger den eigenen Immobilienfonds nicht mehr in den Ruin treiben werden. Nur ein sinnvolles Investment trägt zur Risikostreuung des Gesamtvermögens bei - und muss bestimmten Anforderungen genügen.

Immobilien im gemischten Portfolio vermindern Risiken nachweislich, aber nur dann, wenn genügend Objekte nach Kriterien wie Alter, Standort oder Nutzungsart gestreut werden. Die neuen Spielregeln ermutigen, schlecht verzinste Bankeinlagen gegen langfristige Immobilienanlagen zu tauschen. Noch immer Angst vor dem Risiko langfristiger Investments, Fondsperrung und Auszahlungsverzicht? Holen Sie den Rat eines wirklich unabhängigen Honorarberater ein: Das komplette Marktangebot im Blick, wird er Sie dabei unterstützen, offene Immobilienfonds zu finden, die zu Ihrer persönlichen Vermögensstruktur passen.


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