Privatanleger - in ihren Anlagestrategien alles andere als "dumm"

Dem Privatanleger trauen Finanzexperten oft wenig zu. Er kauft zu spät, verkauft zu früh oder investiert in schlecht verzinste Geldanlagen. Verschiedene Studien zeigen jetzt, dass es sich dabei um Vorurteile handelt und sich viele Privatanleger durchaus professionell verhalten. Professionelle Investoren und Fondsmanager vertrauen nicht zuletzt auf ihre "Analyse-Macht", die sie befähigt, Trends auf dem Finanzmarkt frühzeitig zu erkennen und für ihre Strategie zu nutzen.


Privatanleger

Privatanlegern steht diese naturgemäß nur selten zur Verfügung. Laut einigen aktuellen Studien schlagen sich private Anleger auf dem Geldmarkt jedoch recht gut. 

Privatanleger sehen ebenso wie Profis Inflation als größtes Risiko - Sachwerte sollen helfen

Die Fondsgesellschaft M&G ermittelte, dass sowohl Finanzexperten als auch Privatanleger die steigende Inflation als das größte Risiko der nächsten Jahre sehen. Beide Gruppen ziehen daraus die gleichen Konsequenzen: Das Inflationsrisiko muss durch Investitionen in Gold und Sachwerte abgefangen werden. Eine Untersuchung der Sparda-Bank sowie der Steinbeis-Hochschule Berlin weist aus, dass derzeit ein Viertel der befragten Privatanleger Gold erwerben würde, 23 Prozent setzen auf Immobilieninvestitionen. Auch größere Mengen an Bargeld zu halten, macht aus Sicht der Finanzexperten und der meisten Unternehmen Sinn.

Private Sparer sind offenbar derselben Meinung. Der Allianz Wealth Report belegt, dass der Anteil vergleichsweise schlecht verzinster Spareinlagen zwischen 2008 und 2012 deutlich angestiegen ist. In der Euro-Zone floss "frisches" Spargeld in diesem Zeitraum zu 53 Prozent auf ein konventionelles Anlagekonto, in den USA waren es sogar 67 Prozent.

Aktien- und Fonds-Investitionen - auch für viele Privatanleger attraktiv

Das Problem, auf das Privatanleger mit einer solchen, auf Sicherheit bedachten Strategie stoßen werden, heißt im Branchen-Jargon "mangelnder Cash-Flow". Fest verzinste Sparmodelle werfen nur geringe Zinsen ab. Die selbstgenutzte Immobilie zahlt ebenso wie Gold weder Zinsen noch Dividenden. Beide Investitionsmodelle können die Liquidität der Anleger in hohem Maße binden. Für einen tatsächlichen Vermögensaufbau sind Aktien und Fonds-Investitionen daher unverzichtbar. Auch das haben viele Privatanleger längst begriffen. Steigende Wertpapierkurse sprechen auch in diesem Bereich für ein solides Interesse. Die Analysten von Cerulli Associates - einem Institut, das sich mit den Geldströmen im Fonds-Segment beschäftigt - haben ausgerechnet, dass allein den Aktienfonds M&G Global Dividends und DWS Top Dividende von Januar bis November 2012 über drei Milliarden Euro zugeflossen sind. Ein beträchtlicher Teil davon dürfte von Privatanlegern stammen. 

Die Sparda-Steinbeis-Studie weist nach, dass die Offenheit gegenüber Erwerb von Aktien mit steigendem Einkommen und Vermögen zunimmt. Privatanleger mit einem Monatseinkommen von über 5.000 Euro würden zu zwölf Prozent sicher Aktien kaufen, weitere 24 Prozent ziehen den Erwerb der Wertpapiere zumindest in Betracht. Im Einkommensbereich von unter 1.000 Euro monatlich addieren sich beide Gruppen auf zusammen nur 8,4 Prozent. Sparda-Hamburg-Vorstand Heinz Wings, der auch der Initiator der Studie war, folgert daraus, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich Aktien leisten kann - und auch leisten sollte. Aus seiner Sicht wäre es sowohl für den individuellen Vermögensaufbau als auch für eine solide volkswirtschaftliche Entwicklung wünschenswert, wenn sich in Deutschland eine "Aktienkultur" entwickelt. 


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