Sparverhalten der Deutschen

Das Sparverhalten der deutschen Verbraucher wird vor allem vom sozialen Umfeld bestimmt. Die aktivsten Sparer gehören der Mittelschicht an und favorisieren Sicherheit bei den klassischen Anlagemodellen. Die aktuelle Studie einer bekannten Finanzzeitschrift bestätigt, dass sich die Sparwilligen seitens ihrer Strategien erheblich unterscheiden.


Sparverhalten

Sparverhalten wird vom Milieu geprägt

Bislang wurde angenommen, dass sich das Anlageverhalten der Bundesbürger nach dem verfügbaren Einkommen und dem Bildungsniveau richtet. Aktuelle Studien belegen jedoch, dass sich diese Kriterien weit weniger als angenommen auf das Verhalten beim Vermögensaufbau auswirken. Wesentlich mehr Einfluss auf die Vorgehensweise üben dementsprechend die Lebenssituation und die Wertvorstellungen aus. Darüber hinaus lassen sich die Sparer der Mittelschicht in fünf unterschiedliche Gruppen aufteilen:

Die klassischen Sparer mit traditionellem Sparverhalten

Die dieser Gruppe angehörenden Verbraucher sind in der Regel wirtschaftlich bestens versorgt und wollen das bisher Erreichte ­sichern und erhalten. Sie bevorzugen daher ebenso risikolose wie liquide Geldanlagen und neigen überwiegend zu klassischen Sparbüchern und festverzinslichen Papieren. Mit dieser "Entspar-Strategie" nagt allerdings vor allem die Inflation Jahr für Jahr in nicht unerheblichem Ausmaß am eigenen Vermögen.

Der bürgerliche Mittelstand zeigt konstantes Sparverhalten

Die bürgerliche Mitte zeichnet sich durch stetiges Sparen aus und nimmt dabei alle klassischen Sparformen in Anspruch. Bei den Mitgliedern dieser Gruppe werden überdurchschnittlich viele Bausparverträge zuteilungsreif und Kapitallebensversicherungen ausgezahlt, also Produkte, mit denen sich diese Gruppe ganz erheblich von Rendite und Inflationsschutz abschneiden. Wenn die daraus entstandenen Summen wieder angelegt werden sollen, entscheiden sich die Bürgerlichen leider größtenteils erneut für Anlageprodukte mit ausgeprägter Sicherheit.

Akademiker richten ihr Sparverhalten eher auf die Altersvorsorge aus

Akademiker und Beamte bilden das sozialökologische Milieu, diese Mittelschichtgruppe sorgt besonders gründlich für den Lebensabend vor und favorisiert dabei Immobilien zum Eigennutz oder zur Vermietung. Ein bemerkenswert großer Anteil von ihnen besitzt Fonds und zunehmend auch noch sinnvollere ETFs oder Indexfonds als günstige passive Anlageform in den unterschiedlichsten Varianten.

Die jüngeren Mittelständler zeigen anspruchsvolles Sparverhalten

Sie legen ihr Geld gerne in renditestarke Anlageprodukte an und beweisen dabei vorbildliche Flexibilität. Die Jugend ist offen für Beratung und hat Immobilien als Altersvorsorge im Fokus. Die zielstrebigen Jungen wollen als Senioren sorgenfrei leben und generieren die dazu nötigen Mittel vorzugsweise mit Beteiligungen an Investmentfonds. 

Hedonisten lieben das Risiko

Die Hedonisten zählen ebenfalls zu den Jüngeren des Mittelstands, sie unterscheiden sich von der oben angesprochenen Gruppe durch ein eher spaßorientiertes Sparverhalten. Ihr Verhalten orientiert sich weniger an der Altersvorsorge und ist auch auf kein anderes Ziel ausgerichtet. Gleichwohl sind die Hedonisten ausgesprochen risikofreudig und haben ausgeprägtes Interesse an den Kapitalmärkten. Sie unterscheiden sich in ihrer Vorliebe für Aktieninvestments nur wenig von den jugendlichen Zielsparern. Ein solches Verhalten kann auch schnell "ins Auge gehen", denn wie heisst es doch so schön unter Anlageprofis: "Hin und her macht Taschen leer"!

Fazit

Die Neigung zum Sparen ist in allen Milieus der Mittelschicht vorhanden, größere Unterschiede beim Sparverhalten gibt es allerdings seitens der Sparziele und der Risikobereitschaft. Sicherheit ist für die meisten Sparer ein primäres und leider auch völlig überbewertetes Anliegen, das zeigt die große Anzahl an unrentablen und weder inflations- noch ausreichend insolvenzgeschützten Versicherungen in dieser Bevölkerungsschicht.

Hier hat der Versicherungsvertrieb über Jahrzehnte ganze Arbeit geleistet. Damit schneiden sich große Teile der Bevölkerung von notwendiger Rendite ab, denn die immer noch als sicher und ausreichend angesehene durchschnittliche gesetzliche Rente reicht später unstreitig nur noch für eine Grundsicherung kurz über Sozialhilfeniveau.


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