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Marcel Dyk

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Vermögen ungleich verteilt: 62 Menschen so reich wie halbe Welt

Die aktuelle Oxfam-Studie belegt einmal mehr, dass der globale Reichtum ungerecht verteilt ist. Angesichts der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich fordern die Initiatoren von den Staaten eine neue Steuerpolitik. Insider bezweifeln allerdings, dass sich die Armut allein über Steuern bekämpfen lässt.


Vermögen ungleich verteilt

Vom Reichtum dieser Welt profitiert in erster Linie ein Prozent der gesamten Bevölkerung, 70 Millionen Menschen verfügen über mehr Vermögenswerte als die gesamte Erdbevölkerung. Etwa 62 Superreichen gehört mehr als allen Armen dieser Welt zusammen.

Die anhaltende Umverteilung von Arm nach Reich führt zu dramatischen sozialen Verwerfungen, deren Ursachen völlig unzureichender Besteuerung von Kapitalgewinnen sowie großer Vermögen geschuldet seien. Die Studie beklagt zudem, dass die Reichen ihre Profite nach wie vor in Steueroasen verschieben können.

Exponentiell wachsender Reichtum in der Oberschicht

In den vergangenen fünf Jahren ist das Vermögen der 62 reichsten Personen auf 1.76 Billionen Dollar angewachsen. Das entspricht einer Steigerung um 44 Prozent im gleichen Zeitraum, in welchem das Vermögen der ärmeren Weltbevölkerung um eine Billion Dollar kleiner wurde. Obwohl die Erdbevölkerung um 400 Millionen anwuchs, reduzierten sich die Vermögenswerte der Ärmeren um 41 Prozent.

Weltweite Regelungen begünstigen Superreiche

In Davos kümmern sich in wenigen Tagen wieder Wissenschaftler, Konzernchefs und Politiker um die Optimierung von Regeln, die bereits von Reichtum gesegnete Menschen ungestört noch reicher werden lassen. Deutschland wird voraussichtlich vom Bundespräsidenten, vom Finanzminister und vom Wirtschaftsminister vertreten sein.

Die Oxfam-Studie ist ein Appell an die globalen Politiker und Manager, die aus etwa 100 Nationen kommend, in Davos drei Tage lang aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen diskutieren. Sie sollen aus der Sicht von Oxfam ihre Positionen dazu nutzen, die Kluft zwischen Arm und Reich baldmöglichst zu schließen. Der Erfolg der Initiative ist jedoch zweifelhaft, da die Superreichen dieser Welt von sie begünstigenden Regeln profitieren, welche den effektiven Kampf gegen Armut erschweren. Dazu müssten weltweit Finanz- und Wirtschaftssysteme etabliert werden, die allen Menschen gleichermaßen dienen.

Globaler Reichtum soll sich wieder auf alle verteilen

Die Oxfam-Studie fordert von Großkonzernen steigendes Verantwortungsbewusstsein und die Aufgabe von Niederlassungen in Steueroasen. Die Politik wird zur Besteuerung in den Ländern angehalten, in welchem die Gewinne erwirtschaftet wurden. Dies setzt die konsequente Trockenlegung aller Steueroasen voraus. Staaten dürfen nicht mehr mit Steueranreizen werben, um den Run auf Länder mit niedrigen Steuersätzen einzudämmen. Steuern auf Konsumartikel müssen sinken und stattdessen sollten höhere Abgaben auf erhebliche Vermögenswerte sowie auf Kapitalerträge eingeführt werden.

Kritiker halten es jedoch für unmöglich, die wachsende Schere zwischen Arm und Reich allein mit der Erhebung höherer Steuern zu bekämpfen. Es besteht die Gefahr einer noch größer werdenden Kluft zwischen Reichtum und Armut, da die Armen nicht zwangsläufig von den steigenden Steuereinnahmen profitieren. Vielleicht müsste die Lösung des Problems nicht bei den Symptomen, sondern in der wesentlich tiefer liegenden Ursache (Zinseszinssystem) gesucht werden. Doch dazu ist derzeit kein Entscheidungsträger bereit.


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