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Versagen der Bankanalysten: Prognose oder Blick in die Glaskugel?

Bankanalysten genießen im Moment keinen besonders guten Ruf. Der Grund dafür liegt in Prognosen, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Ein Umstand, der immer wieder vorkommt, aber aktuell größere Ausmaße annimmt. Denn mittlerweile ist die gesamte Branche in Verruf geraten, da niemand dazu imstande war, die gegenwärtigen Entwicklungen vorauszusagen. Und diese Entwicklungen dürfen durchaus als signifikant bezeichnet werden.


Versagen der Bankanalysten: Prognose oder Blick in die Glaskugel?

Ein Komplettversagen bei den Prognosen soll gleich den Anfang machen: Die Bundesanleihen können mit gerade einmal 1,4 Prozent an Rendite dienen. Zu wenig für Anleger, viel zu wenig für Analysten, die in ihren Prognosen eine gegenteilige Entwicklung vorausgesagt haben. Aber von den einstmals prognostizierten 2,4 Prozent kann heute ganz und gar keine Rede mehr sein. Weniger wurde dem Deutschen Aktienindex zugetraut. Börsenprofis erwarteten einen Stand von weniger als 6.500 Punkten. Aber 7.600 Punkte sind es geworden. Von einer geringfügigen Abweichung braucht auch in diesem Falle niemand zu sprechen.

Da stellt sich zwangsläufig die Frage, ob bzw. in welchem Maße überhaupt noch irgendetwas in Form von Prognosen vorausgesagt werden kann. Es sind vor allem die politischen Börsen, die Analysten einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Nicht jede politische Entscheidung lässt sich so ohne weiteres voraussehen. Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ist hierfür bestes Beispiel. Durch die Niedrigzinspolitik gingen Anleger vermehrt dazu über, in Aktien zu investieren, da klassische Anlagemethoden wie Tages- oder Festgeld nur noch sehr geringe Renditen aufweisen.

Und das, obwohl den Analysten modernste Computersysteme zur Verfügung stehen, die Unmengen an Daten verarbeiten können. Hinzu kommen wissenschaftliche Erkenntnisse, aus denen sich Regeln ableiten lassen sollten. Es hilft dennoch nichts. Vor allem die Prognosen bezüglich des DAX treffen schon seit Jahren nur noch selten ins Schwarze. Begründet werden die Umstände mit der zunehmenden Komplexität. Auch die Profis der Branche sind nicht mehr dazu in der Lage, sich einen Durchblick zu verschaffen. Hinzu kommt, dass die Börsenwerte auf Erwartungen der Anleger reagieren. Erwartungen müssen jedoch nicht zwangsläufig immer rationaler Natur sein. Ganz im Gegenteil: Irrationales Denken und Handeln bestimmen die Märkte und erschweren dadurch Prognosen.

Was bedeutet dies nun für Anleger, die ihr Geld in einem möglichst sicheren Hafen wissen möchten? Der Rat eines unabhängigen Fachmanns bleibt auch weiterhin unverzichtbarer Bestandteil der Informationsbeschaffung - vor allem für den durchschnittlichen Verbraucher, der sich nicht mehrere Stunden am Tag mit Marktanalysen und Prognosen beschäftigen möchte. Zwar können auch unabhängige Berater auf Honorarbasis die Entwicklung der Märkte nicht genau vorhersagen, aber sie wissen zumindest, welchen Informationsquellen welches Maß an Vertrauen geschenkt werden darf. Der berühmte Blick in die Glaskugel bleibt Anlegern also erspart.


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