Wandelanleihen - das Beste aus beiden Welten

Wandelanleihen oder "convertible bonds" sind verzinsliche Wertpapiere, die von einer Anteilsgesellschaft ausgestattet und mit einem Nominalzins versehen werden. Der Inhaber besitzt das Recht, die Wandelanleihen innerhalb der sogenannten Wandlungsfrist zu einer vorher definierten Ratio in Aktion einzutauschen.


Wandelanleihen - das Beste aus beiden Welten

Die "convertible bonds" sind für den Emittenten sowohl unter Kapital- als auch unter steuerlichen Aspekten vorteilhaft, Investoren profitieren von einer geringen Korrelation von Wandelanleihen zu den übrigen Anlageklassen auf dem Finanzmarkt und partizipieren mit einem oft sehr attraktiven Renditen-Risiko-Profil am Aktienmarkt. Gerade Privatanleger nutzen diese Möglichkeit trotz attraktiver Rendite-Chancen bisher allerdings nur selten.

Aktien versus Wandelanleihen - Eigenkapital versus Gläubigerstatus

Ein Finanzexperte empfiehlt angesichts der europäischen und globalen Wirtschaftskrise derzeit meist eine direkte Investition in Aktien von Unternehmen, die durch ihre starke Stellung auf dem Markt auch einen Zusammenbruch der Euro-Zone vermutlich überstehen werden. Wenn die Verzinsung der Aktien-Investition über den Renditen von Unternehmens- und Staatsanleihen liegt, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Anleger beachten allerdings  oft ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal nicht: Mit dem Aktienerwerb werden Investoren de facto zum Mitbesitzer eines Unternehmens, ihre Geldanlage besitzt damit den Stellenwert von Eigenkapital. Bei einem Anleihen kauf stellen sie dem Emittenten ihre Geldanlage dagegen - mit dem entsprechenden Status als Gläubiger - als Fremdkapital/Finanzierung zur Verfügung. Aus dem direkten Aktienkauf ergibt sich folglich auch ein unternehmerisches Risiko, das durch den Aktien-Investor nicht beeinflusst werden kann. Hohe Dividenden verweisen dabei lediglich auf einen im Vergleich zur ausgeschütteten Dividende tiefen Aktienkurs.

Aus Anlegersicht bestehen wichtigere Kriterien jedoch darin, ob das emittierende Unternehmen in der Vergangenheit regelmäßig Dividenden ausgeschüttet hat und auch bei wirtschaftlichen Turbulenzen zu Dividendenzahlungen bereit und in der Lage ist. Die Reduktion oder auch die völlige Streichung von Dividendenzahlungen sind bei wirtschaftlichen Schieflagen gängige Unternehmenspraxis. Wenn das gleiche Unternehmen dagegen den Zinssatz seiner Anleihen reduzieren würde, stünde damit seine positive Reputation auf dem Finanzmarkt zur Debatte. 

Europäische Wandelanleihen - im Plus trotz Wirtschaftskrise

Dass Aktien-Investitionen für die Anleger riskanter sind als der Anleihen-Erwerb, steht außer Frage. Wie groß die Risiko-Unterschiede sind, zeigt der Kursrückgang europäischer Aktien (DJ STOXX 600 Return-Index) seit dem ersten Januar 2008. Aktien-Investoren mussten vorübergehende Verluste von bis zu 55 Prozent ihrer Wertpapiere verschmerzen, der "Draw Down" von Wandelanleihen lag - gemessen beispielsweise am Index UBS Europe CB - im Vergleich dazu bei nur rund 33 Prozent. Aus heutiger Sicht leiden Aktien-Investoren nach wie vor unter einem Verlust von 9,13 Prozent. Wandelanleihen befinden sich dagegen trotz der aktuellen Krise mit einem Plus von 20,79 Prozent tief in den "schwarzen Zahlen".

Langfristige Analysen zeigen vergleichbare Relationen: In den Jahren 2000 bis 2010 fielen die im Aktienindex Euro-Stoxx gelisteten Papiere insgesamt und rund 27 Prozent. Mit Wandelanleihen hätten Investoren ihr Vermögen im gleichen Zeitraum um etwa ein Viertel steigern können. Wandelanleihen sind für Anleger mit geringer Risikobereitschaft eine interessante Alternative zu Aktien-Investitionen. Auch die geringe Volatilität der Märkte bei tendenziell steigenden Risiken in der Eurozone spricht für Wandelanleihen als vergleichsweise sicheres Investitionsmodell. Investoren ohne Expertenwissen im Finanzbereich benötigen für eine Investition in Wandelanleihen trotzdem professionelle Unterstützung - beispielsweise ermöglichen Fonds, die primär auf Wandelanleihen als Investitionsgrundlage setzen, eine noch breitere Risikostreuung. Empfehlenswert ist hier die Zusammenarbeit mit einem wirklich unabhängigen Vermögensberater, der für seine Kunden auf Honorarbasis tätig wird und nicht auf Provisionen angewiesen ist.


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