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Alternativen der Unternehmensnachfolge

Rund 100.000 Nachfolgen sollen in den nächsten Jahren im deutschen Mittelstand anstehen. In vielen Fällen wird nach wie vor die Übergabe innerhalb der Familie angestrebt.


Immer häufiger lässt sich diese aber nicht realisieren - weil kein Nachfolger da ist, das Interesse oder die Eignung fehlt. Dann sind Alternativen zur "traditionellen" Unternehmensnachfolge gefragt.

Eine externe Nachfolgelösung geht in der Regel mit dem Unternehmensverkauf einher. Fast bei jeder dritten Nachfolge ist das heute so. Das Unternehmen wird schrittweise oder auf einmal in neue Hände gegeben. Als Käufer kommen verschiedene Interessenten in Betracht.

Unternehmensnachfolge durch Verkauf - ein Überblick

  1. Management Buy Out (MBO): hier wir das Unternehmen an Führungskräfte aus dem eigenen Haus verkauft. Der Vorteil ist: Käufer kennen das Unternehmen bereits gründlich, eine Einarbeitung erübrigt sich. Knackpunkt: die Finanzierung des Kaufs stellt "mangels Masse" oft ein Problem dar. Lösungen erfolgen über Verkäufer-Darlehen (Vendor Loans) oder mit Hilfe von zusätzlichen Private Equity-Investments. MBO-Varianten sind der Verkauf an Mitgesellschafter oder an Mitarbeiter.
  2. Management Buy In (MBI): bei dieser Nachfolge kaufen sich Personen von außen in das Unternehmen ein, um dort ihre unternehmerischen Vorstellungen zu verwirklichen, zum Beispiel eine Existenzgründung zu realisieren. Bezüglich der Finanzierung gilt ähnliches wie bei MBO's.
  3. Verkauf an einen strategischen Investor: ein strategischer Investor kauft ein Unternehmen nicht nur wegen der Rendite, er erhofft sich einen darüber hinausgehenden Mehrwert. Oft sind strategische Käufer andere Unternehmen. Erwartung: Verbesserung der eigenen Wettbewerbsposition, Nutzung von Synergieeffekten, Erschließung neuer Märkte, Erweiterung oder Komplettierung des eigenen Leistungsangebots. Strategische Investoren sind finanzstark und meist an der Fortführung interessiert. Das kommt Inhabern, die ihr Lebenswerk erhalten wissen wollen, entgegen.
  4. Verkauf an einen Finanzinvestor: Finanzinvestoren verfolgen in der Regel ein primäres Renditeinteresse. Ein Dauerinteresse am Engagement besteht nicht. Das Unternehmen soll nach überschaubarer Zeit mit Gewinn verkauft oder an die Börse gebracht werden. Wenn es mehr verspricht, ist auch die Unternehmenszerschlagung eine Option. Finanzinvestoren haben häufig ein "Heuschrecken"-Image.

Geeignete Käufer finden

Die Herausforderung beim Unternehmensverkauf besteht darin, geeignete Käufer als Nachfolger zu finden. Diese sollen nicht nur die erforderliche Finanzkraft mitbringen, sondern das Unternehmen auch möglichst erhalten und weiterentwickeln. Aus Käufersicht ist der Erwerb ebenfalls ein Wagnis. Die Due Diligence - die Prüfung des Vorhabens "mit gebotener Sorgfalt" - ist daher fester Bestandteil bei Unternehmenstransaktionen. Dabei werden Chancen und Risiko eines Kaufs eingehend untersucht.

Kaufverhandlungen und Kaufpreis

Der Kaufpreis stellt einen entscheidenden Knackpunkt dar. Vorstellungen von Verkäufer und Käufer divergieren naturgemäß. Eine unabhängige Unternehmensbewertung bietet eine fundierte Grundlage für die Einigung. Bei den Verhandlungen geht es aber nicht nur um den Preis, sondern um viele weitere Gesichtspunkte und um die Modalitäten der Übergabe. Oft ist der bisherige Inhaber noch weiter beratend tätig. Die Übergabe findet nicht schlagartig statt, sondern als Prozess.


 
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