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Aluminium: Banken mischen an der Basis mit

Der Handel mit Rohstoffen gehört nicht unbedingt zum Kerngeschäft der Banken. Dennoch haben gerade die großen Investmentbanken in der Vergangenheit gut damit verdient. Manchmal sehen sie sich dabei auch dem Vorwurf der Marktmanipulation ausgesetzt. Diese Erfahrung musste kürzlich die bekannte Investmentbank Goldman Sachs machen, die öfters im Fokus einer kritischen Öffentlichkeit steht.


Aluminium

Manipulationen im Handel mit Aluminium?

Konkret war Anstoß am Aluminiumgeschäft der Bank genommen worden. Goldman Sachs hatte vor drei Jahren einen großen US-amerikanischen Lagerhausspezialisten übernommen, über dessen Lagerhallen etwa ein Viertel des amerikanischen Aluminiums umgeschlagen wird. Seit der Übernahme ist es zu deutlichen Lieferengpässen und -verzögerungen gekommen. Manche vermuten mit Absicht, um höhere Lagergebühren zu kassieren und den Preis von Aluminium zu beeinflussen. Aluminium findet milliardenfach Verwendung im Alltag, zum Beispiel in Dosen oder Verpackungen. Selbst minimale Preisveränderungen haben große Auswirkungen. Und Goldman Sachs hat auch schon versucht, den Gold-Markt zu beeinflussen.

Gegendarstellung von Goldman Sachs

Goldman Sachs weist die Vorwürfe zurück. Die Bank erklärte, dass die gelagerten Bestände an Aluminium ihr nur zum Teil gehören. Der größte Teil befinde sich im Eigentum von Konzernen, die das Aluminium selbst verarbeiten. Die Eigenbestände von Goldman Sachs seien - gemessen am Weltmarkt - viel zu klein, um den Marktpreis beeinflussen zu können. Die Vorwürfe bewusster Lieferverzögerungen stehen dagegen noch im Raum. Jedenfalls hat der Aluminium-Fall die Aufmerksamkeit der amerikanischen Notenbank erregt. Die FED prüft weitere Einschränkungen beim Bankenengagement in Rohstoffen und anderen Sachwerten. Bereits im Rahmen der Finanzkrise 2008 waren Investmentbanken einer stärkeren Regulierung unterworfen worden. 

Die Banken und der Rohstoffhandel

In der Finanzbranche wird nicht zuletzt vor diesem Hintergrund das Rohstoffgeschäft mittlerweile kritisch gesehen. JP Morgan, einer der Hauptkonkurrenten von Goldman Sachs, gab jetzt bekannt, das physische Geschäft mit Rohstoffen neu ordnen zu wollen. Dabei gehören der Verkauf oder die Abspaltung zu den strategischen Optionen. Die regulatorischen Hemmnisse werden dabei von manchen Beobachtern allerdings nur als eine Ursache angesehen. Tatsächlich ist der Rohstoffhandel bei den großen Banken bereits seit einigen Jahren rückläufig. Die Margen sind ebenfalls zurückgegangen, die Banken verdienen weniger an dem Geschäft. Im internationalen Rohstoffhandel stellen die Banken nur ein kleines Segment dar. Ein großer Teil des Rohstoffhandels wird über Schweizer Handelsunternehmen abgewickelt. Die Bedeutung der Finanzbranche ist daher eher rückläufig.

Problematisch ist weiterhin der aktiv angebotene Handel mit Spekulationen auf Rohstoffe für Privatanleger. Und diese Rohstoff-Spekulationen werden fortgesetzt.

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