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Auch physische ETF problematisch

Exchange Traded Funds - kurz ETF - gehören zu den Finanzinnovationen, die auf ein breites Anlegerinteresse gestoßen sind. Sie bieten Möglichkeiten, auch mit überschaubaren Summen in ganze Märkte, Branchen oder Regionen zu investieren. Man muss nur ETF kaufen, die entsprechende Indizes abbilden. Es gibt zwei Fondstypen: physische ETF und künstliche ETF (Swap). Sie unterscheiden sich in der Methode, mit der der jeweilige Index nachvollzogen - im Fachjargon 'repliziert' - wird.


physische ETF

Künstliche ETF (Swap): Kontrahentenrisiko

Künstliche ETF (Swap) funktionieren so: eine Investmentgesellschaft erwirbt Wertpapiere, die als Sicherheit für die investierten Mittel dienen. Die Papiere müssen nicht unbedingt mit dem Zielindex in Zusammenhang stehen. Die Indexnachbildung erfolgt über eine Swap-Vereinbarung mit einem Kontrahenten, in der Regel einer Investmentbank. Dabei werden Portfolioerträge der Investmentgesellschaft und der Bank getauscht. Das Bankportfolio bildet hier den Index nach. Künstliche ETF (Swap) sagen Investoren daher nur eine gleiche Wertentwicklung wie beim Index zu, investieren aber nicht selbst zwangsläufig in die dahinter stehenden Werte. Bei dieser Methode tragen Anleger ein Kontrahentenrisiko. Gerät die kontrahierende Investmentbank in Schwierigkeiten, ist die Erfüllung der Vereinbarung gefährdet. 

Physische Replizierung: die Theorie

Der Trend geht daher dahin, physische ETF anzubieten. Bei der physischen Replikation investiert der Fonds in genau der Zusammensetzung in Werte, in der sie auch im jeweiligen Index enthalten sind. Der ETF-Wert muss sich daher exakt so entwickeln wie der zugrundeliegende Index. Ein Kontrahent ist hier nicht eingebunden, insofern besteht auch kein Kontrahentenrisiko. Das ist die Theorie, die Praxis sieht allerdings etwas anders aus.

Abweichende Praxis

Manche Indizes bilden eine hohe Anzahl an Werten ab, zum Beispiel der S&P 500 die fünfhundert größten US-Börsenunternehmen. Physische ETF investierten in diesem Fall häufig nicht in alle Werte, sondern in eine repräsentative, statistisch abgesicherte Auswahl. Dafür gibt es ökonomische Argumente, es entsteht aber ein gewisses Risiko, dass sich die getroffene Auswahl anders entwickelt als der Gesamtindex. Und auch das Kontrahentenrisiko ist nicht vollständig eliminiert. Manche Fondsgesellschaften verleihen die Wertpapiere an Hedgefonds, die damit spekulative Geschäfte betreiben. Die Fondsgesellschaft profitiert durch Leihgebühren. 

Investmentpolitik prüfen

Es kommt daher auf die Investmentpolitik der jeweiligen Gesellschaft an, wie echt physische ETF tatsächlich sind. Genaue Informationen, möglichst bei einem unabhängigen Honorarberater bereits vor einer Anlageentscheidung einzuholen, empfiehlt sich jedenfalls.

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