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Crowdfunding-Strategien

Crowdfunding - deutsch: Schwarmfinanzierung - ist eine Erfindung des Internet-Zeitalters und eine alternative Form der Kapitalbeschaffung für Vorhaben. Das Grundprinzip ist einfach: auf einer Crowdfunding-Plattform werden Projekte vorgestellt. User haben die Möglichkeit, sich finanziell zu beteiligen. Ist genug Geld eingesammelt, wird die Finanzierung geschlossen und das Vorhaben kann angegangen werden.


Die Idee des Geldeinsammelns für Projekte ist nicht neu, musste aber in früheren Zeiten natürlich ohne Internet aufkommen. Bereits Mozart soll sich darin versucht haben. Zur Vorfinanzierung eines Konzerts in Wien 1783 bot er möglichen Unterstützern die Überlassung seiner Konzert-Partituren gegen Geldspende an. Das Vorhaben scheiterte allerdings. Das erste "echte" Crowdfunding startete 2006 in den USA mit der Plattform Sellaband. Sie ermöglichte es Musikern, ihre Produktionen über Beiträge der Fans zu finanzieren.

Verschiedene Spielarten von Crowdfunding

Mit Indiegogo und Kickstarter legten 2008/2009 in den USA zwei weitere, bis heute aktive Plattformen los. Die Kickstarter Kampagnen gelten als erfolgreichste in diesem Metier. Inzwischen gibt es zahlreiche Nachahmer weltweit. Außerdem hat sich Crowdfunding in verschiedene Spielarten aufgefächert:

  • Crowddonation: ist das Spendensammeln über das Internet für gemeinnützige und soziale Zwecke. Im Unterschied zu vielen sonstigen Spendenaktionen wird für bestimmte, fest umrissene Projekte gesammelt bzw. gespendet. Der Spender erhält dafür keine Gegenleistung (ggf. aber eine Spendenbescheinigung);
  • Crowdfunding (im engeren Sinne): hier geht es um die (Vor-)finanzierung eines Vorhabens, mit dem primären Ziel, es auf diesem Weg überhaupt erst möglich zu machen. Für die Bereitstellung von Geld erhalten die Kapitalgeber Gegenleistungen. Diese müssen - anders als beim Crowdlending oder Crowdinvesting - nicht notwendigerweise finanzieller Natur sein. Es kann sich auch um ideelle oder materielle Leistungen handeln. Beispiele: kostenlose Tickets bei einem finanzierten Film, kostenlose CD bei einer Musikproduktion, Erwähnung als Sponsor etc.. Solche "Entgelte" haben oft den Charakter eines "Dankeschöns" - ihr realer Wert entspricht nicht dem Verzicht auf eine rentierliche Kapitalanlage.
  • Crowdlending: ist die Kreditvergabe von privat an privat oder von privat an Unternehmen. Kreditnehmer wollen dadurch Kreditzugang zu günstigen Konditionen erhalten, Kreditgeber möchten das Crowdlending als Kapitalanlage mit festen Zinsen und attraktiver Rendite nutzen;
  • Crowdinvesting: ist eine Weiterentwicklung des Crowdlending. Hier geht es nicht um Kredite, sondern um echte Beteiligungen bzw. Equity-Investments - entweder in Unternehmen oder bei Immobilien. Die Gegenleistung ist eine Beteiligung am Erfolg, die unterschiedlich ausgestaltet sein kann - mehr zinsorientiert oder mehr gewinnorientiert. Die Renditeerwartung ist wegen des größeren Risikos höher als beim Crowdlending.

 

Crowdfunding - wie gehe ich richtig vor?

Jede Crowdfunding-Strategie lässt sich - unabhängig vom jeweiligen Vorhaben - in fünf Schritte unterteilen: 

  1. wieviel Geld wofür: der Mittelbedarf für das Projekt sollte genau geplant werden - inkl. der über Crowdfunding aufzubringenden Summe;
  2. die richtige Plattform: die Auswahl der richtigen Plattform ist wichtig, weil die einzelnen "Marktplätze" unterschiedliche Ausrichtungen und Zielgruppen haben;
  3. passende Gegenleistungen: heißt festzulegen, welche Anreize "die Crowd" für Geldleistungen erhalten soll - der Art und der Höhe nach.
  4. Crowdfunding-Kampagne: beginnt mit der Einstellung und möglichst attraktiven Darstellung des Projektes auf der Plattform.
  5. Abschluss: ist innerhalb der vorgegebenen Frist genug Geld eingesammelt, kann das Projekt starten. Ansonsten erhalten die Geldgeber ihr Geld zurück.

 
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