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Deflation: Gefahr überbewertet

Die Deflation ist das Sorgenkind der Europäischen Zentralbank, sie wird nicht müde, den Nationen der Eurozone die Schreckensbilder dieses Szenarios detailliert vorzustellen. Dabei ist die Rede von sinkender Nachfrage und Unternehmen in Absatznöten.


Deflation

Niedrige Inflation

Die extrem geringe Inflationsrate in der Eurozone ist eigentlich ein Garant für stabile Preise, doch für die Währungshüter bedeutet dies, dass eine Deflation folgt.

Wenn es zu einer näheren Beschreibung eines derartigen Phänomens kommt, treten vor allem zwei Argumente und Tatsachen in den Vordergrund:

  • Zum einen wird den Konsumenten unterstellt, sie würden angesichts sinkender Preise mit ihren Anschaffungen warten.
  • Zum anderen generiert das fallende Preisniveau den Eindruck, dass die realen Schulden der Krisenländer eher größer erscheinen.

In der Tat hilft die von der EZB angestrebte Inflation von knapp zwei Prozent den Schuldenstaaten beim Abbau ihrer Belastungen, die Deflation bietet diesen Effekt nicht. Doch sind sinkende Preise keineswegs die Initiatoren für Konsumrückgang. Dass Deflation nicht zwangsläufig sinkende Nachfrage bedeuten muss, zeigt eine Studie des IfW (Institut für Weltwirtschaft).

Die Deflation in der Vergangenheit

Verbraucherzurückhaltung ist angesichts einer Deflation eher die Ausnahme, sinkende Preise führen in der Regel immer zu erhöhter Nachfrage. Im Untersuchungszeitraum zwischen 1991 und 2013 sind zahlreiche Konsumgüter eher billiger geworden, vor allem in den Segmenten Unterhaltungselektronik, Computern und Haushaltsgeräten belohnten die Verbraucher sinkende Preise mit verstärkter Nachfrage.

Die genannten Warengruppen verbilligten sich in den letzten beiden Jahrzehnten um etwa achtzehn Prozent, Qualitätsoptimierungen inbegriffen. Im Ergebnis steigerten sich die Umsätze der Anbieter signifikant.

Ein praktisches Beispiel für die angenehme Seite der Deflation ist die Entwicklung der Digitalkamera. Die ersten Modelle waren sündhaft teuer und wurden nur verhalten gekauft, der große Durchbruch kam für die Technik mit konstant sinkenden Preisen. Doch deswegen haben Verbraucher ihre Anschaffungen nicht aufgeschoben, kein Hersteller kam aufgrund sinkender Kamerapreise in Bedrängnis.

Damit liegt das Problem der Deflation einzig und allein bei den Staaten in der südlichen Eurozone, die mit rasanter Geldentwertung ihre Schulden einfacher tilgen könnten. Doch die lässt Mario ­Draghi nicht im Stich.

 

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