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Deutsche Bank: Nur Prominente werden entschädigt

In Sachen Entschädigung behandelt die Deutsche Bank ihre Anleger höchst ungleich, einige bekommen herbe Verluste ersetzt, während andere leer ausgehen. Interessenkonflikte könnten der Hintergrund für die ungleiche Vorgehensweise sein.


Deutsche Bank

Zweifelhafte Immobilienfonds

Die eigenartige Vorgehensweise wurde aufgrund von Erstattungen für vermögende Anleger publik, welche bei angeschlagenen Fonds große Summen einbüßten. Andere Investoren treffen bei der Deutschen Bank auf weit weniger Kulanz, ihnen wurden außergerichtliche Vergleiche einfach verweigert.
Aus den problematischen Immobilienfonds wurde später die Gesellschaft Prime Office geformt. Über 10.000 Anleger waren in den Fonds mit 342 Millionen Euro investiert. Das Investment kam einigen Anlegern teuer zu stehen, sie büßten bis zu 90 Prozent ihres Kapitals ein. 

Es handelt sich dabei um Immobilienfonds des mittlerweile insolventen Urhebers DCM, welche die Deutsche Bank vor etwa acht Jahren veräußerte. Aus vier dieser DCM-Fonds entstand die Prime Office AG, nach dem Börsengang der Firma verlor der Aktienkurs circa fünfzig Prozent seines Ausgangswertes.

Die Deutsche Bank bedauert

Wenig offenkundig war bislang, wie intensiv die Deutsche Bank in die Unternehmungen involviert war. Unter Inkaufnahme mehrerer Interessenkollisionen wurden von ihr Entscheidungen getroffen, die für Anleger in umfangreichen Verlusten resultierten. 

Zunächst vereinnahmte das Institut üppige Vertriebsprovisionen und Abgaben von bis zu zehn Prozent. Des Weiteren organisierte die Bank die Transformierung der vier Immobilienbeteiligungen in das Unternehmen Prime Office AG, wobei sie weitere Gebühren erhob. Darüber hinaus empfahl die Deutsche Bank der neu gegründeten Firma, weiter in Immobilien zu investieren, obwohl zu dieser Zeit die Finanzkrise auf ihrem Höhepunk war.

Dass die Prime Office AG in den nachfolgenden Jahren schwer von Schulden belastet war, ist letztendlich der wenig sinnvollen Beratung durch die Deutsche Bank geschuldet. Ein maßgeblicher Interessenkonflikt entstand für die Bank aufgrund ihrer umfangreichen Beteiligung, sie hatte über die Tochter Postbank Darlehen von nahezu 290 Millionen Euro in die Prime Office investiert. Die Deutsche Bank bedauert die Entwicklung, lässt jedoch Fragen zur ungleichen Behandlung der Gläubiger unbeantwortet. 

 

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