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Die große Koalition und die Energiewende

Die Energiewende soll laut Union und SPD deutlich billiger werden, dafür soll die Förderung von Windkraftstrom erheblich gesenkt werden. Die Koalitionspartner sind sich über das umfangreiche Reformpaket größtenteils einig, es ergeben sich kaum mehr offene Fragen.


Energiewende

Die Energiewende wird mit einem neuen EEG ausgestattet

Die Koalitionsverhandlungen vom vergangenen Sonntag endeten mit einem Durchbruch beim Thema Energiewende. SPD und Union einigten sich auf eine deutliche Reduzierung der Förderung von Windenergie, damit soll die Wende der Energie von dem enormen Kostendruck befreit werden. Die Ausbauziele für in Nord- und Ostsee geplante Windparks werden spürbar zurückgefahren. Bis zum Jahr 2030 sollen sich circa 30 Prozent weniger Windräder drehen, als bisher geplant. Mit diesen Maßnahmen soll die Energiewende wieder besser zu planen und letztendlich auch bezahlbar werden. Mittelfristig wird eine Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) angestrebt, welche bis zum Sommer des kommenden Jahres in Kraft treten soll. Das gemeinsame Ziel besteht in der Notwendigkeit, die Kostenexplosion beim Ökostrom einzudämmen.

Die Koalitionspartner haben sich für die neue Regierungsperiode einen kräftezehrenden Balanceakt vorgegeben, bei dem die Energiewende weiter vorangebracht werden soll und zugleich die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland erhalten werden muss. Ungeklärt blieb jedoch weiterhin, in welchem Maß die erneuerbaren Energien am zukünftigen Strommix beteiligt werden sollen. Die Vorstellungen der Koalitionspartner gehen in diesem wichtigen Punkt noch erheblich auseinander.

Die Windaktien werden von den Koalitionsplänen unter Druck gesetzt

Am ersten Handelstag der Woche gingen die Aktienkurse einiger Windkraftkonzerne auf Südkurs, an den Börsen wird der Kursverfall mit den sich abzeichnenden Veränderungen bei der Energiewende interpretiert. Die Aktie des Windkraftanlagenerzeugers Nordex fiel besonders deutlich um 20 Prozent. Die Händler begründeten die Kursschwankungen mit der zeitweise unberechenbaren deutschen Energiepolitik. Wegen ihr wird im Segment Windkraft zunehmend kurzfristig agiert.

Investoren ziehen ihre Anlagen bei der kleinsten Wolkenbildung sofort wieder ab und warten auf neuen Sonnenschein. Doch ging dem Kursrutsch vom letzten Montag eine außergewöhnlich starke Aufwärtsbewegung voraus. Die Aktien der meisten Windkraftunternehmen stiegen in diesem Jahr überdurchschnittlich stark, der Wert der Nordex-Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als vervierfacht. Die aktuelle Politik bezüglich der Energiewende lädt sicher nicht zu langfristigen Investitionen ein, doch könnten die Kursstürze vom Wochenanfang interessante Einstiegspunkte offerieren.

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