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Energiewende: Quotenregelung für Ökostrom

Beim Drama Energiewende wird derzeit der nächste Akt in Szene gesetzt, die Monopolkommission will das seit Jahren geltende System kippen. Quoten statt garantierter Preise sollen die Einspeisung von Ökostrom regeln. Nutznießer der Aktion sind die großen Energiekonzerne, sie können dadurch weiterhin ihren Kohle- und Atomstrom an die Kunden bringen.


Energiewende, Ökostrom

Die Monopolkommission plädiert für einen Systemwechsel beim Ökostrom

Ihre Vorschläge zur Energiewende orientieren sich angeblich an der notwendigen Reduzierung der Kosten, die durch eine Abschaffung der garantierten Vergütung für durch Windkraft und eine Solaranlage erzeugten Ökostrom erreicht werden soll. Die Monopolkommission bezeichnet sich selbst als eine "unabhängige" Institution, welche Bund, Länder und Gemeinden zu Wettbewerbsfragen berät. Statt garantierter Abnahme zu festgelegten Preisen empfiehlt sie ein Quotensystem für die Energiewende. Das favorisierte Mengenmodell sei ein adäquates Mittel, um den Wettbewerb auf dem Markt der nachhaltigen Energien zu festigen, meinten auch die allzeit zur Verfügung stehenden "Experten" der Bundesregierung.

Ob sie wirklich festigen und nicht einfach verändern sagen wollten, ist im nach hinein nicht mehr feststellbar. Der Vorschlag der Kommission zur Energiewende beinhaltet zur Beruhigung aller Beteiligten eine Verpflichtung der Energieversorger. Diese sollen eine gewisse Menge an Ökostrom in ihrem Angebot haben, die über die Zeit auch steigen soll. Woher sie den Ökostrom nehmen und aus welcher Quelle dieser stammt, soll jedoch nicht weiter geregelt werden. Man muss kein Ökonom oder Energiefachmann sein, um diesen Freibrief für die ehemaligen Monopolisten erkennen zu können, RECS lässt schön grüßen.

Die Energiewende verkommt zu einem billigen Machtspiel

Die Verlierer stehen fest, sobald die Ideen der Monopolkommission umgesetzt werden. Dass es außer der Energiewende an sich, der Industrie, wieder einmal die kleinen sowie mittleren Unternehmen sein werden, dürfte allen klar sein. Die Regierung hatte kurz nach dem atomaren Desaster in Japan den Ex-Monopolisten auf die Füße getreten und wirft diesen jetzt vor den anstehenden Wahlen noch ein kleines Versöhnungsgeschenk hin. Natürlich müssen sich die großen Vier nicht den Regeln des Marktes anpassen und ihr Angebot auf zeitgemäßen Ökostrom und Bio-Gas begrenzen. Durch deren fortgesetzt hohe Einspeisung an konventionell erzeugtem Strom entstand das Überangebot, für das derzeit der Ökostrom verantwortlich gemacht werden soll und die EEG Umlage steigt entsprechend weiter.

Hatten wir uns nicht alle eine saubere Umwelt durch reine Stromprodukte gewünscht? Da die EX-Monopolisten ihre Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Energiewende nicht in den Griff bekommen, soll die Verbreitung von Ökostrom künstlich gedrosselt werden, makaberer geht es nicht mehr.

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