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EZB: Erneute Zinssenkung

EZB-Präsident Draghi ist es wieder einmal gelungen, die Finanzmärkte zu überraschen. Für viele Marktteilnehmer vollkommen unerwartet senkte die Zentralbank den Leitzins auf 0,05 Prozent. Der Euro reagiert mit dramatischen Kursverlusten, die Sparer fühlen sich seit der Zinssenkung endgültig im Stich gelassen.


Zinssenkung

Turbulenzen an den Börsen

Noch während die EZB die Zinssenkung verkündete, begann die Talfahrt der Gemeinschaftswährung. Der Euro unterschritt im Verlauf der nachfolgenden Erklärung erstmals seit einem Jahr die wichtige Marke von 1,30 Dollar. 

Auch an den Märkten für Aktien und Anleihen sorgte die Nachricht von der Zinssenkung für Unruhe. Während der Deutsche Aktienindex innerhalb kurzer Zeit um 40 Zähler nach oben kletterte, notierte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf historisch niedrigen 0,92 Prozent. 

Keine Einigkeit bei der Zentralbank

Die Märkte der südlichen EU-Staaten Spanien und Italien reagierten auf die Zinssenkung mit umfassenden Kursverlusten und sinkenden Renditen. Wie aus Insiderkreisen zu vernehmen ist, wurde der EZB-Beschluss zur Zinssenkung gegen den Willen einiger Ratsmitglieder gefasst.  

Folgen der Zinssenkung weitere Maßnahmen?

Ein deutliches Zeichen für das Bankenwesen hat Draghi mit der Zinssenkung bereits abgegeben, doch damit nicht genug: Zu dem niedrigen Leitzins setzte er die Strafzinsen, die Banken für geparktes Geld bezahlen müssen, von 0,1 auf 0,2 Prozent hoch. Damit wird es für die Institute noch teurer, wenn sie ihre Gelder nicht an Konsumenten sowie Wirtschaft verleihen und stattdessen bei der Zentralbank parken.

Die Vorgehensweise der EZB macht einerseits Sinn, andererseits belastet sie auch die Sparer, weil die Banken diese zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergeben werden. Die fühlen sich bereits von der Zinssenkung übertölpelt, denn sie müssen beim Vermögensaufbau ihr Risikoverständnis erneut korrigieren. 

Bedarfsgerechte Kreditversorgung

Mit der Zinssenkung wollen die Währungshüter den finanziellen Absturz der Europäischen Gemeinschaft verhindern. Die Maßnahme wird von einer weiteren begleitet: Die EZB will der lahmenden europäischen Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Sie kauft daher Pfand- und Kreditbriefe im Wert von einer halben Billion Euro auf. Das Ziel dahinter: Die Banken sollen Verbraucher und Industrie einfacher mit Krediten versorgen.

 

 

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