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Gründe, um in die Gaming-Branche zu investieren

Spielerisch Geld verdienen: Die Gaming-Branche macht es möglich. Die Video- und Glücksspielindustrie gehört nicht nur seit Jahren zu den ständig wachsenden Industriezweigen, ihre virtuelle Natur wappnet sie auch gegen so manchen Risikofaktor. Neue technische Entwicklungen wie immer höher auflösende Smartphones und Hochleistungsinternet in großen Teilen der Welt tragen zur Popularität bei.


Allein im vergangenen Jahr war die Gaming-Industrie weltweit mit rund 148 Milliarden Umsatz stärker als die Filmindustrie in Hollywood und die Musikbranche zusammen. Bei einem durchschnittlichen jährlichen Branchenwachstum von zwölf Prozent sind Videospiele aller Art zum Überflieger geworden, und der Trend wird sich aller Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft fortsetzen. Das macht eine Investition in die Branche für Anleger besonders attraktiv, vor allem, wenn die Aktien gestreut werden.

Dabei legen vor allem Smartphone-Games mächtig zu. Allzeit verfügbare Spiele im Taschenformat, die selbst in kurzen Pausen für Abwechslung und Erholung vom Alltag sorgen, haben das tägliche Leben verändert. Die Popularität gilt auch für schnell zu erlernende Casinospiele wie Blackjack oder Poker, die auf dem Handy oder Tablet Nervenkitzel mit Zwanglosigkeit verbinden und das immer wachsende Angebot ist auf viele Websites zu finden.

Rund 6,92 Stunden pro Woche verbringen die Deutschen laut einer Umfrage mit Videospielen. Damit liegt die Bundesrepublik an der Spitze, noch vor Großbritannien mit 6,89 Stunden pro Woche und Singapur mit 6,85 Stunden.

Die Beliebtheit von Games aller Art hat diverse Gründe. Zum einen lassen sich gerade bei den schnellen, einfach zu erlernenden Spielen rasch Erfolgserlebnisse erzielen. Ob nun bei einem Spiel das nächste Level geknackt wird, Bonusspiele freigeschaltet werden oder ein neues Pokémon gefangen wird, das Ergebnis ist ein positives Gefühl und neues Vertrauen in die eigene Kompetenz. Die Ergebnisse dienen vielfach auch als Art Statussymbol, zum Beispiel bei Fangen von seltenen Pokémons.

Manche Spiele erlauben die längerfristige Flucht aus dem Alltag und das Eintauchen in eine Welt, in der der Spieler eine in der Realität ungeahnte Kontrolle und Entscheidungsfreiheit besitzt. Beispiele dafür sind Games wie "World of Warcraft" und "Grand Theft Auto", in denen der Spieler eine neue Identität annimmt und in der offenen Spielewelt selbst die Handlung vorantreibt und auch emotional erlebt. Je nach Lust und Laune kann der Avatar dem Spieler so weit wie möglich ähneln oder ganz anders aussehen.

Ein weiterer Grund, warum die Gaming-Branche Jahr für Jahr kräftig wächst, ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das viele der populärsten Spiele vermitteln. Vor allem Multi-Player-Rollenspiele, die sich über ganze Tage und Nächte hinziehen können, werden häufig in Gruppen gespielt. Bei "Fortnite: Battle Royale" treten die Spieler allein, zu zweit oder in Gruppen mit bis zu fünf Kämpfern gegeneinander an, bis ein einziger Spieler nach den epischen Kämpfen übrig bleibt. Weil am Anfang 100 Spieler dabei sind, die vom virtuellen Flugzeug aus auf einer ständig kleiner werdenden Karte landen, hängt das Geschick einer Truppe häufig von Teamwork ab. Das fängt mit dem Finden von nützlichen Gegenständen und Waffen an und geht beim Entwickeln einer gemeinsamen Strategie weiter.

Dabei können die Teams aus Freunden bestehen, die sich auch im echten Leben gut verstehen, oder aus aller Welt zusammengewürfelten Mannschaften, die sich zu echten Freunden entwickeln. "Fortnite" erwirtschaftete im vergangenen Jahr mehr als 203 Millionen US-Dollar. Im Mai 2020 hatten sich weltweit 350 Millionen Spieler registrieren lassen. Für den Entwickler Epic Game lohnt sich das kostenlose Battle-Royale-Spiel dank In-App-Käufen, die allerdings den Spielern keine taktischen Vorteile verschaffen.

Epic Games wird zumindest noch nicht an der Börse gehandelt, im Gegensatz zur chinesischen Tencent Holdings. Das Konglomerat aus Asien hält 40 Prozent an Epic Games und ist mittlerweile das weltweit größte Videospiel-Unternehmen. Derzeit liegt der Aktienkurs bei über 61 Euro. Vor einem Jahr waren es noch knapp über 36 Euro pro Aktie.

"Grand Theft Auto" und "Red Dead Redemption 2" lassen für Take Two Interactive die Kassen klingeln. Deren Aktienkurs ist binnen eines Jahres von rund 110 Euro auf um die 136 Euro geklettert. Aber auch kleinere Entwickler tragen regelmäßig zum Boom der Branche bei.

ESports gehören ebenfalls zu den unaufhaltsamen Gewinnern, sowohl bei den Spielern wie auch bei den Fans. Diese schauen auf Plattformen wie dem eigens auf eSports ausgerichteten Streamer Twitch Live oder im Replay, wie ihre Helden auf der Konsole neue Rekorde aufstellen, Schlachten austragen und zum Teil live kommentieren. Rund 500 Millionen Menschen zählen laut Statista in diesem Jahr zu den gelegentlichen Zuschauern oder sogar eSports-Enthusiasten.

Eigene Weltmeisterschaften für die populärsten Spiele tragen zu dem Siegeszug der Games bei. Die Fußballsimulation FIFA, deren eWorldcup im Jahr 2013 rund 2,5 Millionen Teilnehmer hatte, die um die 32 Finalistenplätze kickten, hält den Guinness Weltrekord als größtes Online-Videospiel der Welt. Derzeitiger Titelträger ist der deutsche eSports-Profi Mohammed "MoAuba" Harkous. Der virtuelle Fußballer, der bislang an der Konsole für den deutschen E-Fußballmeister Werder Bremen aktiv war, ist im September zum Schweizer "Fokus Clan" gewechselt.

Hochdotierte Weltmeisterschaften in "League of Legends", "Overwatch", "CS:Go" ond "Dota 2" ziehen ebenfalls Millionen von Zuschauer an.

Obwohl etliche Spiele kostenlos heruntergeladen oder im Browser geöffnet werden können, sind sie auch ohne den Verkauf für die Entwickler eine Goldgrube. In-App-Käufe, Merchandise, Werbung beziehungsweise werbefreier Zugang und mehr lassen die Umsätze nach oben schnellen. So wird spielerisch Geld verdient.


 
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