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Inflation: Kaum spürbar

Da die drastisch gesunkenen Ölpreise zunehmend bei deutschen Verbrauchern ankommen, nehmen sie die Inflation kaum noch wahr. Experten erwarten, dass die Preise zu Beginn des nächsten Jahres in der Bundesrepublik weiter fallen.


Inflation

Unterschiede bei gefühlter und realer Inflation

Deutsche Verbraucher nehmen erstmals seit der letzten Finanzkrise keine steigenden Preise mehr wahr. Ursache dafür sind die eingebrochenen Ölpreise, die zu günstigeren Benzin- und Dieselpreisen führten. Erst vor wenigen Tagen verbilligte sich Öl erneut, die gefühlte Inflation sinkt daher zum Monatsende gegen null und wird auch in den ersten Monaten des Jahres 2015 dort verharren. Zuletzt wurde das Phänomen 2009 registriert, in den Folgejahren waren es steigende Lebensmittel- und Energiepreise, welche die Inflation zeitweise auf über fünf Prozent ansteigen lies. 

Der reale Inflationswert liegt laut den Daten des Statistischen Bundesamtes bei 0,6 Prozent und weicht damit deutlich von dem gefühlten Wert ab. Warum die beiden Werte voneinander abweichen, liegt an der unterschiedlichen Gewichtung. Bei dem Institut werden Konsumgüter und Dienstleistungen nach der Häufigkeit des Erwerbs gewichtet.

So fallen die gesunkenen Benzinpreise erheblich stärker ins Gewicht als bei der offiziellen Berechnung, denn Kraftstoff und Lebensmittel gehören nun einmal zum täglichen Einkauf. Seltener gekaufte Güter treten seitens ihrer Preisentwicklung in den Hintergrund und haben nur wenig Einfluss auf die gefühlte Inflation.  

Niedrige Inflation steigert den Konsum

Geringe Inflation hat mit der allseits gefürchteten Deflation kaum etwas gemeinsam, vor allem dann nicht, wenn das Gesamtszenario so positiv ist wie momentan:

  • Steigende Zahlen bei den Beschäftigten.
  • Anziehende Löhne.

Diese beiden Kriterien versüßen den Verbrauchern die minimale Inflation, im Ergebnis werden Milliarden bei den Konsumenten frei, die einen weiteren Konjunkturschub bedeuten. Die Ursache für den niedrigen Inflationswert ist das derzeit billige Öl. Entscheidend dabei ist, dass dieser Preisrückgang nicht durch geringe Nachfrage, sondern durch ein selten hohes Überangebot zustande gekommen ist. Fachleute erwarten mittelfristig wieder steigende Inflationswerte, weil sich die stärkere Nachfrage auf die Preise auswirkt. 


 
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