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Investmentbanker nicht mehr so gefragt

Investmentbanker zu werden, war lange ein Traum vieler Wirtschafts-Absolventen. Die Aussicht auf üppige Boni, die Einbindung in globale Finanztransaktionen und das Spiel mit Millionen-Summen machten den besonderen Reiz der Investmentbranche aus.


Investmentbanker

Doch seit der Finanzkrise hat sich das Bild gewandelt. Heute haben die Finanzhäuser Probleme, ausreichend Nachwuchs zu finden. Viele junge Investmentbanker springen überdies nach kurzer Zeit wieder ab und wenden sich der Industrie zu. 

Hohes Gehalt für extreme Anforderungen?

Das Investmentbanker-Dasein hatte immer seine Schattenseiten. Enormer Erfolgsdruck, exzessive Arbeitszeiten und Stress gehören nach wie vor zu den gängigen Arbeitsbedingungen. Eine lukrative Entlohnung, die ihresgleichen suchte, entschädigte dafür. Doch im Zuge der Finanzkrise fließen die Boni nicht mehr im früher gekannten Umfang und das Image der Investmentbranche hat spürbar gelitten. Seit dem Aus für Lehman Brothers & Co und der immer wieder aufkeimenden Diskussion um dubiose Geschäftspraktiken und Manipulationen ist die Attraktivität von Investmentbanken als Arbeitgeber zurückgegangen. 

Einstellungen ändern sich 

Überdies ist ein Bewusstseinswandel in der Nachwuchsgeneration festzustellen. Gehalt ist zwar nach wie vor sehr wichtig, bildet aber nicht mehr das allein ausschlaggebende Entscheidungskriterium bei der Berufswahl. Auch wenn viele Absolventen immer noch sehr leistungsmotiviert sind, die Work-Life-Balance und nachhaltiges Arbeiten mit langfristigen Perspektiven werden wichtiger. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nimmt an Bedeutung zu. In der Industrie wird zwar ebenfalls viel verlangt, doch die Arbeitsbedingungen sind doch entspannter. Viele Investmentbanker sind inzwischen bereit, dafür auf Gehalt zu verzichten. 

Industrie baut M&A aus

Von denen, die jetzt abspringen, waren bislang viele im Bereich Mergers & Acquisitions - kurz M&A - tätig. Der beschäftigt sich mit der finanziellen Begleitung von Unternehmenstransaktionen. Die Industrie ist für diese Spezialisten besonders dankbar, kann sie doch damit ihre eigenen M&A-Abteilungen gezielt ausbauen. Für die Investmentbanken ist dies in doppelter Hinsicht schlecht. Sie verlieren nicht nur interessanten Investmentbanker-Nachwuchs mit Potential. Mit dem Ausbau ihrer eigenen M&A-Kapazitäten ist die Industrie künftig unabhängiger von der Unterstützung durch Investmentbanken. 

Imagewandel nötig

Die Investmentbranche wird einiges tun müssen, um den Imageverlust wieder aufzuholen und für Investmentbanker attraktiver zu werden. Hoffnungen auf einen Bewusstseinswandel und nachhaltigere Geschäftsmodelle nach der Finanzkrise wurden jedenfalls erst einmal gründlich enttäuscht. 

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