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Japan und der Kampf gegen die Deflation

In Japan zeigen sich die ersten Erfolge im Kampf gegen die Deflation. In den letzten fünf Jahren wurde kein so starker Preisanstieg verzeichnet als im letzten August, doch ist der Erfolg nur ein Etappenziel.


Deflation, Japan

Japans Fortschritte im Kampf gegen die Deflation

Die Wirtschaftspolitiker können sich freuen, der Anstieg der Inflation war im letzten August so ausgeprägt wie schon nahezu ein halbes Jahrzehnt nicht mehr. Wie den Meldungen aus Regierungskreisen vom letzten Freitag zu entnehmen ist, liegt die jährliche Inflationsrate bei derzeit 0,8 Prozent, allerdings sind hierbei die Preisentwicklungen für frische Lebensmittel unberücksichtigt geblieben. Dennoch konnte in Japan der stärkste Preisanstieg seit der Finanzkrise 2008 gemessen werden. Die Zahlen geben darüber hinaus Anlass zur Hoffnung, es verstärkt sich der Eindruck, dass sich Japan langsam aber sicher aus der Phase des fortgesetzten Preisverfalls befreien könnte.

Die Deflation begleitet die japanische Wirtschaft nunmehr 15 Jahre, dennoch warnt der japanische Wirtschaftsminister vor verfrühter Euphorie, Japan sei noch nicht über den Berg. Zur Begründung äußerte sich der Minister sehr verhalten, er sieht das Ende der Deflation noch weit entfernt, wenn die Löhne nicht im Einklang mit den steigenden Preisen stehen. Allem Pessimismus zum Trotz wird der erste Etappensieg in japanischen Finanzkreisen als Licht am Horizont gewertet, auch der Yen konnte sich gegenüber dem Dollar stabilisieren. 

Der Deflation ist schwer Einhalt zu gebieten

Japan kämpft seit vielen Jahren gegen den Preisverfall und gegen die daraus resultierende Kettenreaktion. Denn in dem Abwärtstrend von Konjunkturzyklen reagieren die Menschen nicht nur äußerst vorsichtig, sie rechnen auch mit einer Verschlechterung ihrer persönlichen Einkommenssituation und fürchten sich vor dem eventuellen Verlust ihres Arbeitsplatzes. Darüber hinaus setzt die Mehrheit der Verbraucher auf sinkende Preise bei Dienstleistungen und Handelsgütern und hält sich dem zufolge mit Ausgaben zurück.

Die Kettenreaktion nimmt hier ihren Lauf, die produzierenden Unternehmen können ihre Waren nicht in notwendigem Umfang an den Mann bringen und reduzieren zwangsläufig die Zahl ihrer Mitarbeiter. Das führt wiederum zu weiteren Verschlechterungen der Konjunktur. Der japanische Ministerpräsident Abe will diesen unheilvollen Kreislauf beenden und favorisiert eine lockere Geldpolitik, die japanische Notenbank pumpt zu diesem Zweck Milliardenbeträge in die heimische Wirtschaft. Doch die Japaner befinden sich derzeit bei der Deflation erst am Anfang des Heilungsprozesses, es gibt noch viel zu tun.

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