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Lebensversicherer halten sich an den Garantiezins

Die schlechten Nachrichten bei den Lebensversicherungen scheinen derzeit nicht abzureißen. Bei der Alten Leipziger, die bislang als besonders stabil galt, werden nun die Kundengutschriften im kommenden Jahr gesenkt. Die Überschussbeteiligung sinkt nun um 0,5 Prozent auf lediglich noch 3,35 Prozent. Somit sinkt auch die Alte Leipziger unter den Branchendurchschnitt des Jahres 2012, der aktuell bei rund 3,9 Prozent lag.


Lebensversicherer halten sich an Garantiezins

Vor allem die Kunden schauen nun in die Röhre, die vor Jahren einen Vertrag abschlossen, bei dem ihnen hohe Leistungen bei Ablauf der Versicherung versprochen wurden. Gerade aktuell beschließen die Versicherer, wie es um die Zinsgutschriften für die Kunden aussieht, was sie aufgrund aktueller Zinsentwicklungen natürlich soweit hinaus zögern wie möglich. Vor allem das Niedrigzinsniveau macht ihnen zu schaffen.

Dabei erklärte man bei der Alten Leipziger ebenso, dass die Versicherung in der Finanzkrise keine Verluste eingefahren hätte, da am Kapitalmarkt keine Risikoanlagen eingegangen worden waren. So sollen über die kommenden Jahrzehnte hinaus auch weiterhin die Zinsgarantieversprechen eingehalten werden.

Laut Geschäftsführer der Ratingagentur Assekurata, Reiner Will, sei dies lediglich ein „frühes und entschlossenes Signal“, um sich bereits jetzt auf kommende Ungewissheiten mit finanzieller Stärke vorzubereiten. Dies hätte sein Positives, denn je früher die Vertriebspartner Bescheid wüssten, umso besser.

Laut der Alten Leipziger gebe es zudem Zinszusatzreserven in Höhe von 135 Millionen Euro, die dem Unternehmen als Rücklagen dienen können. 

Tatsächlich ist der Schritt aber dennoch überraschend. Kam der Versicherer im Jahr 2012 noch beinahe an die Marke von vier Prozent, kommt er nun der Marke von drei Prozent schon gefährlich nahe. Eine Gesamtverzinsung – die derzeit bei rund vier Prozent liegt – spielt allerdings lediglich für die Kunden eine Rolle, deren Verträge nur noch bis zum kommenden Jahr laufen.

Wie der Versicherer angab, sei dies noch immer eine äußerst attraktive Rendite, die zudem jede Menge Sicherheit für die Kunden böte. Eine Lebensversicherung wirkt attraktiv.

Die Ratingagentur Assekurata stellte darüber hinaus fest, dass die derzeitigen Garantiezinsen gerade so erwirtschaftet werden. In vielen Verträgen heißt es, die Zinsen liegen bei bis zu vier Prozent. Dabei müssten drei der vier Prozent Garantieverzinsung erwirtschaftet werden, was aufgrund der Niedrigzinsen kaum noch machbar ist.  Allerdings sieht Assekurata vorerst keine weiteren Probleme für die Branche, auch wenn die Wiederanlagezinsen sinken würden. Bis zum Jahr 2018 könnten die Lebensversicherer die Garantien erfüllen, ohne Probleme zu bekommen.

Insbesondere das Jahr 2018 spielt derzeit eine besondere Rolle in sämtlichen Belangen der Versicherungen, denn das Handelsblatt hatte Überlegungen der Bundesregierung veröffentlicht, die besagten, „dass einzelne Unternehmen künftig in Schwierigkeiten geraten“. Damit sei vor allem „das schwächste Fünftel“ gemeint. In dem Bericht hieß es weiter: „Für diese Unternehmen reichen die vorhandenen Kapitalanlagen in dem zugrunde gelegten Szenario ab 2018 nicht mehr aus, um neben den versicherungstechnischen Rücklagen auch die Eigenmittelanforderungen zu decken.“

Während die Experten im Finanzministerium befürchten, selbst steigende Zinsen könnten zu massenhaften Kündigungen der Lebensversicherungen führen, sieht die Ratingagentur Assekurata keinen Anlass zur „Panik um die Erfüllbarkeit von Garantien“. Stattdessen würden Lebensversicherer viel mehr darauf achten, mit ihren Anlagen kein Risiko einzugehen und dennoch die erwartete Leistung zu bringen. (NS/BHB) 


 
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