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Lebensversicherung: Wo gibt es noch Stabilität und Kontinuität?

Die Lebensversicherung ist die beliebteste Absicherungsform der Deutschen. Die Frage nach der Beständigkeit der Anbieter soll durch ein neuartiges Rating-System beantwortet werden, das sich map-Ranking nennt und die Branche einem jährlichen Stresstest unterzieht.


Lebensversicherung

Ratings als Orientierungshilfe bei der Auswahl des besten Anbieters.

Ein gewaltiges Vermögen von circa 1,5 Billionen Euro liegt in dem Produkt Lebensversicherung und bildet damit ein Drittel des gesamten Sparguthabens der Deutschen. Die aktuelle Analyse des Branchendienstleisters map-Report konzentriert sich daher auf die Frage, wie es um das Produkt und dessen Anbieter in drei oder vier Jahrzehnten bestellt sein wird. Die derzeit brisante Lage der Lebensversicherungsbranche hat die Anbieter zur Aufgabe eingefahrener Gewohnheiten sowie der Innovation neuer Produkte veranlasst: Ist die Lebensversicherung eigentlich noch zeitgemäß? Ungeachtet dieser Bemühungen hat sich bei den Ratings des map-Reports nicht wirklich etwas verändert. Zum 15. Mal in Folge belegt die aus Koblenz stammende Debeka den ersten Platz unter den Anbietern der Lebensversicherung. Wie schon in den Vorjahren hat sich in der Spitzengruppe keine nennenswerte Veränderung ergeben, sieben Lebensversicherer erhielten wieder die Top-Note mmm.

Bankanleihen und Niedrigzinsen erweisen sich als Risiko für die Anbieter der Lebensversicherung.

Spätestens seit der Pleite Zyperns und dem Schuldenschnitt der Gläubiger haben Anleihen den Status von Risikopapieren. Gerade der Spitzenreiter Debeka hat einen außerordentlich hohen Anteil der Kundengelder in Bankanleihen investiert. Nahezu ein Drittel des Portfolios wird durch Anleihen gestaltet, der Rest verteilt sich auf Pfandbriefe, Staatsanleihen und Firmenbonds. Erstaunlicherweise tragen Aktien gerade einmal mit 0,5% des Gesamtwertes zum Portfolio bei. Darüber hinaus setzen auch die niedrigen Zinsen auf Sparanlagen der Branche und den Konsumenten zu. Allein im letzten Jahr entgingen den Kunden im Segment Lebensversicherung durch künstlich niedrig gehaltene Zinssätze über 215 Milliarden Euro. Diese Zahl errechnet sich aus der Annahme des durchschnittlichen Zinsniveaus der letzten sechs Jahrzehnte.

Das Rating der Lebensversicherung beinhaltet keine qualitative Bewertung des Produkts.

Das Investitionsverhalten oder die Anlagestrategie der Versicherer spiegelt sich in dem Rating von map-Ranking nicht wieder. Es bietet deswegen Rat suchenden Versicherungsnehmern einige nützliche Hinweise, jedoch keine umfassende Entscheidungshilfe. Das Rating beklagt des Weiteren die mangelnde Transparenz der Versicherer, die ihre Kunden in ungenügendem Ausmaß über ihre Anlagestrategien informieren. Die schon seit 30 Jahren sinkenden Zinsen und die Qualitäten der Anleihe-Portfolios könnten sich daher für die Kunden der Lebensversicherung als verhängnisvolle Herausforderung darstellen.

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