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Negativzinsen der EZB möglich

Die jüngste Leitzinssenkung der EZB markiert ein historisches Tief bei den Zinssätzen. Doch wer dachte, dass damit eine Ende der Zinssenkungen erreicht sei, könnte bald enttäuscht werden. Dem Vernehmen nach werden inzwischen ernsthaft Negativzinsen diskutiert. Die wären ein Novum in der EZB-Geschichte. Die nächste Zinsentscheidung Anfang Dezember wird daher mit Spannung erwartet.


Negativzinsen

Äußerungen wecken Erwartungen

EZB-Chef Draghi und sein Direktor Jörg Asmussen hatten selbst mit Äußerungen Negativzins-Spekulationen beflügelt. Draghi hatte erklärt, die EZB sei technisch für Negativzinsen gerüstet und Asmussen wollte sie als mögliche Option nicht grundsätzlich ausschließen. Als Reaktion darauf wurde der zuletzt recht starke Euro wieder schwächer an den Märkten. 

Negativzinsen bei EZB-Einlagen 

Mit den Vorgängen Vertraute bei der Zentralbank berichten, dass vor allem beim Einlagezins an eine Absenkung unter den Nullpunkt gedacht wird. Das ist der Zinssatz, zu dem die Kreditinstitute Gelder bei der EZB parken können. Im Gespräch sei eine Neufestlegung auf -0,1 Prozent nach bisher 0,0 Prozent. Banken müssten damit erstmals dafür bezahlen, dass sie Geld bei der Zentralbank anlegen. 

Wirksames Instrument?

Inwieweit ein weiteres Drehen an der Zinsschraube nach unten zum Erfolg führt, ist höchst umstritten. Andere Länder haben keine guten Erfahrungen mit Negativzinsen gemacht. So hatte die dänische Zentralbank längere Zeit mit dem Instrument experimentiert. Anstatt den Kreditmarkt zu beleben - wie eigentlich beabsichtigt - trat genau das Gegenteil ein. Die Banken schlugen den 'Strafzins' auf ihre Darlehenszinsen auf. Ein Kredit wurden dadurch teurer. Das könnte auch jetzt wieder passieren. 

Geldpolitik umstritten 

Mit der Einführung von Negativzinsen würde die lockere Geldpolitik der EZB einen neuen Höhepunkt erreichen. Bereits seit Längerem flutet die Zentralbank die Märkte mit billigem Geld in der Hoffnung, Impulse für die lahmende Konjunktur in etlichen Euro-Ländern zu setzen. Nicht wenige Experten bezweifeln allerdings, dass dies wirklich hilft. Angesichts der schon herrschenden Geldschwemme würden weitere Zinssenkungen höchstens noch ein kurzfristiges Signal darstellen, aber ansonsten schnell verpuffen. 

Sparer haben das Nachsehen

Für Sparer und Anleger ist die Aussicht auf Negativzinsen keine gute Nachricht. Sie müssen sich noch mehr als bisher auf reale Kapitalverluste bei ihren Geldanlagen einstellen. Denn trotz immer noch niedriger Inflation reichen die Zinssätze zum Kapitalerhalt schon lange nicht mehr aus.

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