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Pflege-Riester reicht nicht

Mit dem Thema Altersarmut kamen die Gespräche rund um das Alter mal wieder so richtig in Fahrt.


Pflege-Riester reicht nicht

Deshalb ist es auch ganz wichtig, einige Dinge abzuklären. So wie die Pflegebedürftigkeit, die im Alter eventuell erhebliche finanzielle Risiken mit sich bringt, denn allein die staatliche Unterstützung reicht dann nicht aus, vor allem dann nicht, wenn man sich in ein Heim begeben muss.

Das Problem, das die Pflegeversicherung mit ihrer Einführung im Jahr 1995 mit sich brachte, ist, dass diese nur einen Teil der Kosten übernimmt. Wer in einem Heim untergebracht ist, erhält monatlich zwischen 550 und 1.023 Euro je nach Pflegestufe. Die monatlichen Kosten in einem Pflegeheim belaufen sich aber auf rund 3.500 Euro, was natürlich zu einer klaffenden Lücke führt, die finanziell nicht abgedeckt ist. Wenn das Angesparte nicht ausreicht, schwindet das Vermögen bis zu dem Zeitpunkt, an dem Angehörige oder Sozialämter für die Kosten aufkommen müssen.

Zwischen den Jahren 2000 und 2011 stiegen die Ausgaben um fünf Milliarden Euro auf 20,89 Milliarden Euro. Und ferner wird erwartet, dass die Zahl der Pflegebedürftigen zunimmt. Bis zum Jahr 2040 wird die Zahl von 2,4 Millionen Pflegebedürftigen vermutlich auf 3,4 Millionen Pflegebedürftige steigen.

Daher ist auch davon auszugehen, dass künftig die Ausgabe noch weiter steigen, da vielen einfach die Mittel fehlen, um die Pflege selbst zu bezahlen.

Auch mangelt es derzeit noch an Pflege-Zusatzversicherungen, die helfen könnten, diese Versorgungslücke zu schließen. Lediglich 1,7 Millionen Verträge wurden bis Ende 2010 unterschrieben.

Daher ist es naheliegend, dass künftig eine zusätzliche private Vorsorge, die ähnlich der Riester-Rente vom Staat gefördert wird, dazu dienen soll, den Bedarf zu decken. Einen Plan dafür gibt es bereits, denn Union und FDP haben dies in ihrem Koalitionsvertrag von vor drei Jahren beschlossen.

Und zum 1. Januar wird tatsächlich ein solcher Beschluss in Kraft treten, doch ob sich damit wirklich alles erledigt hat, ist fraglich.

Denn die Förderung fällt mickrig aus. Fünf Euro leistet der Staat monatlich an Beitrag, dabei muss der Versicherte mindestens zehn Euro selbst zahlen. Man muss nicht viel rechnen, um zu erkennen, dass dies nicht reicht, um die Lücke in Pflegestufe III zu schließen. Auch kommen noch die ungünstigeren Tarife bei Versicherungen hinzu, die jetzt aufgrund der gestiegenen Kosten für Unisex-Tarife und dergleichen weder Schnäppchen für Männer anbieten, noch teure Risikofälle abweisen können. (NS/BHB) 


 
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