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PKV berät nicht ausreichend

Die private Krankenkasse macht es ihren Kunden nicht leicht, den Tarif zu wechseln. Auch Unisex wird Einfluss haben.


Unisex

Wie Fachanwalt für Versicherungsrecht, Arno Schubach, bei einem Pressegespräch der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV), erklärt, sei die PKV-Beratung oftmals unzureichend. „In aller Regel wird den Kunden nicht mitgeteilt, dass sie auf Mehrleistungen verzichten können.“ Selbst die Vertreter würden ihre Kunden oft nicht ausreichend informieren.

Da ein Großteil der Kunden davon ausgeht, dass Risikozuschläge für solche Mehrleistungen einen Wechsel nicht mehr rentabel machen würden, unterließen sie oftmals einen Tarifwechsel innerhalb einer Versicherung gänzlich. Schubach kritisiert daher das Zurückhalten dieser Informationen, obwohl es im Versicherungsvertragsgesetz klare Regeln für einen Tarifwechsel gibt. „Eine solche mangelnde Information ist nach meiner Ansicht ein Beratungsverschulden.“ Denn im Gegensatz zu der allgemeinen Annahme, könne man durch einen Tarifwechsel enorm sparen. 

Laut Schubach stellt sich vielen Kunden das Problem, dass Risikozuschläge für zusätzliche Leistungen berechnet werden. „Ob diese im Umfang berechtigt sind, können die Kunden meist nicht nachprüfen.“ Jedoch könne man Mehrleistungen schlicht abwählen, womit auch die Zuschläge wegfallen.

Vor allem mit den Unisex-Tarifen wird neues Chaos in der Versicherungsbranche erwartet. Ein Umstieg auf einen Mischtarif könnte sich durchaus lohnen, allerdings würden alte Tarife nach Unisex wohl kaum mehr angeboten werden.

Unisex verursacht Chaos

Zudem nimmt Schubach auch denen ihre Illusion, die sich nach Einführung der Unisex-Tarife einen günstigeren Tarif erhofften. Dass Frauen künftig deutlich weniger zahlen, ist dem Experten zufolge kaum zu erwarten, weil den Versicherern die Grundlagen im Umgang mit Unisex-Tarifen fehlt. „Es ist davon auszugehen, dass die Kalkulation zunächst sehr vorsichtig und mit großen Sicherheitsreserven erfolgt.“

Denn wenn später herauskommt, dass die Tarife nicht ausreichen, um die Kosten zu decken, dürfen die Versicherer nicht nachträglich die Preise nach oben schrauben.

Bevor PKV-Kunden mit alten Tarifen wechseln, rät Schubach daher, zunächst die Entwicklung der Unisex-Tarife in den kommenden Jahren abzuwarten, um beurteilen zu können, ob sich ein Tarifwechsel lohnt oder nicht. (NS/BHB)


 
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