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Private Altersvorsorge: Effektiv für später sparen

Privat fürs Rentenalter vorzusorgen, ist wichtiger denn je, denn in Zukunft wird die gesetzliche Rente für den Einzelnen immer geringer ausfallen. Doch wann am besten anfangen und welche Möglichkeiten haben Beschäftigte? Antworten auf diese Fragen gibt es hier.


Vorsorgen: Je früher, desto besser

Generell gilt: Je früher mit der privaten Vorsorge begonnen wird, umso mehr kann es sich lohnen – das liegt am Zinseszinseffekt. Er tritt ein, wenn Sparer ihre jährlichen Zinsgewinne direkt wieder investieren. Dadurch erhöht sich jedes Jahr sowohl die angelegte Summe als auch der Ertrag.

Und wie viel sollte monatlich auf die hohe Kante gelegt werden? Das hängt unter anderem vom Einkommen, Familienstand und Alter ab. Als Faustregel gilt: 10 bis 15 Prozent vom Nettoeinkommen sind ein sinnvoller Richtwert.

Um die passende Sparsumme zu ermitteln, ist zudem ausschlaggebend, wie hoch die sogenannte Rentenlücke ausfallen wird. Das ist der Prozentanteil, um den die Rente niedriger ausfallen wird als das letzte monatliche Nettogehalt vor Renteneintritt. Im günstigsten Fall füllt die private Altersvorsorge diese Differenz vollständig auf. Einen Rentenlücken-Rechner gibt es hier.

Sparen mit staatlicher Förderung

Wer privat vorsorgen möchte, kann sich vom Staat unterstützen lassen. Als Anreiz zur privaten Altersvorsorge hat die Bundesregierung beispielsweise die Riester-Rente für Beschäftigte ins Leben gerufen. Sparer, die einen Riester-Vertrag abschließen, können von Zuschüssen und Steuervorteilen profitieren. Das „Riestern“ eignet sich besonders für Familien und Bezieher geringer Einkommen.

Die Rürup-Rente richtet sich dagegen an Selbstständige. Sie bietet ebenfalls steuerliche Anreize bei der privaten Altersvorsorge: So sind die Einzahlungen als Vorsorgeaufwendungen teilweise steuerlich absetzbar. Im Alter erhalten Inhaber eines Rürup-Rentenvertrags eine lebenslange Rente, die allerdings versteuert werden muss.

Eine weitere Möglichkeit, um staatlich gefördert für das Rentenalter vorzusorgen, ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Sie bietet steuerliche und sozialversicherungsrelevante Vorteile. Es gibt mehrere Varianten der bAV, von einer rein arbeitgeberfinanzierten Vorsorge bis hin zur Einzahlung eines Teils des Bruttogehalts des Beschäftigten in eine Betriebsrente.

Privat vorsorgen ohne Zuschüsse

Die staatlich geförderten Modelle bringen zwar finanzielle Vorteile, sind jedoch häufig wenig flexibel. Individueller lässt sich mit nicht geförderten Vorsorgeformen Geld für das Alter ansparen. Zum Beispiel mit der gesetzlichen Rentenversicherung: Denn es ist möglich, darin freiwillig zusätzliche Beiträge einzuzahlen. Diese Option ist als Alternative zu anderen Sparformen für all diejenigen interessant, die ihre Rente erhöhen oder bereits vor dem eigentlichen Renteneintritt ihren Ruhestand ohne finanzielle Abstriche genießen wollen.

Ebenso sinnvoll lässt sich mit Fondssparplänen privat vorsorgen: Dabei investieren Sparer vorher vereinbarte monatliche Beträge in einen Investmentfonds, der von einem Fondsmanager verwaltet wird. Besonders in Zeiten des Niedrigzinses ist diese Sparform empfehlenswert, da sie höhere Renditen verspricht als klassische Anlagen wie Sparbücher oder -konten.

Fondssparpläne lassen sich heute oft online beziehungsweise per Smartphone verwalten: Apps von tecis oder anderen Unternehmen aus der Finanzwelt machen das Onlinebanking mobil.

Auch der Erwerb einer Immobilie kann unter Umständen eine nützliche Altersvorsorge sein. Allerdings: Die Lage des Objekts ist enorm wichtig, die Nebenkosten des Kaufs sind nicht zu unterschätzen – und das Geld für Reparaturen muss auch im Rentenalter noch da sein.

Klassische Lebensversicherungen sind als private Altersvorsorge hingegen nicht mehr zu empfehlen – während frühere Generationen noch von attraktiven Konditionen profitieren konnten, stehen sie heute nur noch für niedrige Zinsen, hohe Kosten und geringe Überschussbeteiligungen.

Aktien taugen nur selten als Altersvorsorge

Aktien können eine hohe Rendite einbringen. Deshalb sind sie als Geldanlage besonders für Beschäftigte interessant, die erst spät mit der privaten Altersvorsorge beginnen können und entsprechend weniger Zeit zum Sparen bis zur Rente haben. Allerdings: In Aktien zu investieren, bedeutet ein großes Risiko. Im schlimmsten Fall, zum Beispiel bei einem Börsencrash, verlieren Sparer ihr gesamtes eingesetztes Vermögen. Wer diese Art der Anlage in Erwägung zieht, sollte daher nur mit Geld spekulieren, auf das er nicht zwingend angewiesen ist.


 
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