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Schiffsfonds: Die 300. Insolvenz

Die Krise bei den Schiffsfonds nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an, soeben musste das 300. Fondsschiff Insolvenz anmelden. Von der traurigen Entwicklung sind vor allem Privatanleger betroffen, sie haben bisher schon mehr als vier Milliarden Euro eingebüßt.


Schiffsfonds

Die Branche versucht, das ganze Ausmaß der Insolvenz-Welle vor den Anlegern zu verbergen

Die Reedereien sprechen derzeit von über 200 Insolvenzen, doch Finanzexperten gehen von einer weit höheren Zahl aus. Der Mehrzweckfrachter MS Julietta der HCI Capital war nach deren Auskünften das 300. Fondsschiff, das Insolvenz anmelden musste.  Die Schifffahrtskrise begann im Jahre 2008 und hat die Anleger bisher über vier Milliarden Euro gekostet. Doch sieht die Branche die Krise noch nicht auf ihrem Höhepunkt; die HSH Nordbank erwartet weitere Insolvenzen in schnellerer Folge als bisher. Die Einzigen, die sich über diese Situation freuen können, sind die Insolvenzverwalter, ihnen ist derzeit Vollbeschäftigung sicher.

Die Privatanleger in den geschlossenen Schiffsfonds verlieren dagegen mit den Schiffen oft ihr komplettes Investitionskapital. Der Grund für die finanziellen Probleme der Schiffsfonds ist immer der Gleiche; das Frachtaufkommen ist für die vielen Schiffe deutlich zu gering. Die deswegen fallenden Frachtraten reichen, wenn überhaupt, gerade einmal zur Deckung der direkten Betriebskosten. Die Kosten der Verwaltung oder für den Kredit lassen sich damit nicht begleichen. An Ausschüttungen für die Anleger kann nicht einmal gedacht werden.

Auch die Banken verlieren bei von Insolvenz bedrohten Schiffsfonds die Geduld

Die Geldinstitute wollen Schiffsfonds in Schieflage nicht mit weiteren Mitteln unterstützen. Da von den Investoren auch keine weiteren Zahlungen zu erwarten sind, bleibt meist nur ein schneller Verkauf. Gerade die Banken drängen auf einen Verkauf, weil sie dadurch ihre Verluste gering halten können. Für die Eigner bedeutet dies jedoch meist den kompletten Verlust des Eigenkapitals. Doch droht den Anlegern bei Schiffsfonds nicht nur oft die Insolvenz, sondern darüber hinaus die Rückzahlungsforderungen von bereits erhaltenen Ausschüttungen der Emittenten. Diese fordern von den Anlegern zunehmend Ausschüttungen mit der Begründung zurück, dass es sich bei diesen nicht um Gewinne, sondern um Darlehen aus dem Liquiditätsbestand gehandelt habe.

Dieser Punkt war bisher weder den Anlegern noch allen Emittenten bewusst. Mit den Rückzahlungsforderungen lässt sich jedoch nicht die Krise bei den Schiffsfonds stoppen, die Insolvenz-Welle wird dadurch auch nicht aufgehalten. Lediglich das Risiko und die Verluste werden dadurch ungerecht umverteilt.

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