09:00

Solaranlage: China gibt Gas

China setzt auf die Solaranlage. Die Regierung will die Erzeugung von Solarstrom bis Ende 2015 mehr als vervierfachen - ein ehrgeiziges Ziel, das nicht ganz freiwillig gewählt wurde. Schwierige Weltmarktbedingungen haben wesentlich zu dieser chinesischen Energiewende beigetragen.


Solaranlage

Exportschlager: die Solaranlage aus China

Bisher glänzte das Land im Fernen Osten vor allem als Solaranlagen-Exporteur. Dank Milliardensubventionen, günstiger Kredite und niedriger Produktionskosten bot die Solaranlage aus aus China ein praktisch konkurrenzloses Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Produktion boomte daher. Hierzulande machte die Dumping-Preis-Politik der Chinesen vielen Solarfirmen schwer zu schaffen. Die Branche kämpft seit Jahren mit Verlusten und Insolvenzen

Förderkürzungen, Strafzölle, Exportbeschränkungen

Jetzt müssen sich die Chinesen auf eine ungünstigere Situation einstellen. Deutschland galt bislang als wichtigster Absatzmarkt für die Solaranlage aus China. Allerdings haben die inzwischen eingeführten Kürzungen bei der Solarförderung bewirkt, dass der weitere Photovoltaik-Ausbau stockt, die Nachfrage schrumpft. Die fortgesetzte Niedrigpreispolitik der Chinesen stieß in der EU und in den USA auf heftige Kritik. Amerikaner und Europäer haben inzwischen Strafzölle gegen die Solaranlage aus China verhängt. Die EU strebt ein Abkommen zur Begrenzung der chinesischen Exporte an. 

Ausweg: die Solaranlage für den heimischen Markt

Angesichts dieser Konstellation setzt die Pekinger Regierung jetzt auf den Ausbau der Solarenergie im Land. Die besaß bisher ein Nischendasein in der chinesischen Stromerzeugung. Ende vergangenen Jahres waren Solaranlagen mit einer Leistungskapazität von acht Gigawatt installiert - zum Vergleich: in Deutschland können heute bereits 35 Gigawatt Solarstrom im Jahr erzeugt werden. Diesen Wert möchte China binnen der nächsten zwei Jahre ebenfalls erreichen. Dazu sollen in diesem Jahr und in den beiden Folgejahren jeweils neun Gigawatt durch neue Anlagen ermöglicht werden. 

Ehrgeiziges Ziel - erreichbar?

Der chinesische Plan ist ehrgeizig, angesichts der bestehenden Überkapazitäten, aber nachvollziehbar. Experten schätzen, dass China jährlich für 45 Gigawatt Strom Solaranlagen produzieren kann, die Weltmarkt-Nachfrage in diesem Jahr wird aber auf nur 35 Gigawatt geschätzt. Die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage macht das Dilemma der Chinesen deutlich. Der beschlossene Ausbau der heimischen Solarenergieerzeugung hat vor diesem Hintergrund eine logische Konsequenz. Ob die Chinesen ihr Ziel erreichen können, wird allerdings von Analysten bezweifelt. Manche halten lediglich 21 Gigawatt für realistisch. Das würde die chinesische Solarindustrie vor erhebliche Probleme stellen.

Google+


 
Herzlich Willkommen Video | Honorar für Beratung
Schnellzugang Geldanlage
Alle Honorarberater